Dienstag, 10. September 2013

Zurück im Kühlschrank :-( 9.-10.9.

Da bin ich wieder! Und es ist arschkalt!!! Der letzte Tag in Mumbai verlief ungefähr so wie geplant. Wobei die Dhobighat dann doch nicht so toll war. Oder ich war grad da, als Mittagspause war, aber viel gearbeitet wurde da nicht...
Und außerdem hats auch noch geregnet. Naja, somit konnte der letzte Tag Indien ganz entspannt ausklingen, auch die Züge waren irgendwie total leer. Aber an dem Tag ging wohl ein riesiges Festival los, vielleicht wars deshalb so ruhig, die Ruhe vor dem Sturm...
Um 5 gings zum Flughafen, praktischerweise ging der Flug sogar zum internationalen Airport, wo ich um 10 ankam. Nach gefühlten 1000 Kontrollen war ich dann drinnen und hab mich erstmal für zwei Stunden ausgerollt... Beim Check-In gabs dann erstmal den Schock. Der Flug ist überbucht, sie hat ein tolles Angebot, ich könnte um 11 statt um 4 fliegen... Ich hab gedacht ich krieg die Krise. Hätte dafür einen Gratisflug bekommen, dafür wäre ich dann heute nimmer heimgekommen...
Naja dann gings doch. Auf dem Flug nach Dubai hatte ich wieder den totalen Vollmonk neben mir. Erstmal hat er nicht nur beide Armlehnen gebraucht, Nein, er hing voll auf meiner Seite. Dann hat er den halben Duty Free leer gekauft, ungelogen, Uhren für 2000 Dollar!!!
Das aber nicht auf einmal, nee, der hat drei Anläufe gebraucht und immer über mich drüber, weil ich am Gang saß. Soviel zum Schlafen... Zum Glück warens nur drei Stunden bis Dubai. Und dort gings zügig weiter zu den letzten 7h Flieger nach Frankfurt. Mit angenehmeren Nachbarn... um halb zwei bin ich gelandet und sitz jetzt im Zug. Deutsches Zugfahren ist ja voll langweilig! Allein schon die geschlossenen Türen... Um Viertel 9 bin ich dann hoffentlich daheim. Nach grade mal 27h ab Mumbai... Ich freue mich auf meine Dusche und mein Bett.
So, das wars dann mit meinem Urlaubsblog 2013, nur noch paar Bilder werden folgen. Fragen, Kritik und Anregungen für 2014 nur her! Und interessante Reiseziele ;-)

Sonntag, 8. September 2013

Was ich so vermisse...

So, ich muss jetzt einfach mal sammeln was mir so einfällt. Die Nummerierung soll aber keine Rangliste sein:
1. Meinen Kaffeevollautomaten. Wobei es zumindest in Mumbai echt guten Cappuccino gibt...
2. Meine Waschmaschine und damit verbunden frisch gewaschene Wäsche, die auch so riecht und aussieht und echt trocken ist.
3. Vollkornbrot oder Holzofenbrot von dem Bäcker in dem Kaff bei Selb, hab den Namen vergessen... Mit salzloser Butter
4. Ne große Schüssel Salat mit Mozzarella und Balsamicoessig und vielleicht ne Pizza Primavera im Colosseo bei der Melli
5. Einen Rucksack, der nicht riecht wie ne Mischung aus Kamel und toter Ratte.
6. Mein Bett und meinen Balkon
7. Cachen mit Caches, die auch da sind, mein Fahrrad und Klettern
8. Calimero (mein Auto), der nach der Inspektion hoffentlich auch keine komischen Geräusche mehr macht...
9. Tanzmariechen ärgern...

Mumbai - Grossstadtchaos 7.-8.9.

Naja, so toll war dieses berühmte Cafe dann doch nicht. Hatte was von Wartesaalatmosphäre und sau teuer... Danach gings zu Fuß, mit dem Zug und dem Tuktuk zurück zum Hotel. Gut, dass die Dinger generell doppelt so viel kosten, wie die Hostelmenschen sagen... Gestern gings ganz gechillt nach dem großen Regen am Vormittag los. Irgendwie war der Bus deutlich leerer und ich bekam schnell einen Frauensitzplatz. Der Zug war noch voller als am Tag zuvor, aber auch hier hatte ich Glück. Zunächst mal ging ich gemütlich frühstücken, immerhin kriegt man hier überall echt guten Capuccino. Danach lief ich zum Gateway of India und ergatterte ein Ticket zur Elephant Island, wo es einige alte Höhlentempel zu sehen gibt. Echt lustig, wenn man ankommt, muss man etwa 500m weit laufen bevor Treppen den Berg hoch gehen. Oder alternativ fährt man Zug für 10R. Der war aber genauso schnell wie ich zu Fuß. Und ich war echt gemütlich unterwegs. Dann gehts steil bergauf zwischen unzähligen Verkaufsständen mit sauviel Kitsch vorbei. Ach ja, die Treppen kosten wieder 5R... Oben angekommen zahlt man dann mal wieder, dies mal für das eigentliche Ticket. Wäre auch zu einfach, im Hafen ein Komplettticket zu verticken und würde vermutlich an die 30 Arbeitsplätze kosten :P Die Tempel selber waren echt ganz schön, wobei eigentlich nur in einer Höhle wirklich was zu sehen war. Danach gings noch ganz nach oben auf den Berg, wo man einen echt guten Blick über den Hafen hatte. Wieder zurück im Hafen wars dann schon später Nachmittag, irgendwie hab ich ganz schön Zeit vertrödelt. Als Linner (Lunch & Dinner) gabs leckere Falafel mit Hummus im Fladenbrot. Dann gings mit dem Zug (leer!!!) zum Strand. Hm, naja, sehr gewöhnungsbedürftig! Völlig überfüllt, zig Verkäufer für jeden Scheiß und das Wasser ist dank Abwassersystem der Slums so verdreckt, dass Baden unmöglich ist. Echt schade, dass die hier alles so verkommen lassen. Auch im Hafen war das eine Dreckbrühe ohnegleichen mit Tonnen Müll drin. Da haben die echt ordentlich was zu tun mit ihrem Recycling :-/ Die Sonne ging natürlich auch nichtüberm Meer unter, sondern hinter dem Hügel, auf dem die Reichen und Schönen wohnen. Von dort aus gings wieder mit dem Zug zum Hotel. Heute gings wieder ganz gemütlich los, gegen 10 saß ich im Bus zum Bahnhof und dann erstmal im falschen Zug. Ging zwar in die richtige Richtung aber nicht weit genug. Also raus und in den nächsten, der mich zum Ziel brachte. Frühstück gabs dieses Mal in einer italienischen Kaffeekette, lecker Cappuccino und Muffin. Dann gings zum größten Bahnhof Asiens, dem Victoria Terminal, erbaut Ende des 19. Jh., echt tolles Ding. Übrigens ist die Indian Railway Company der größte Arbeitgeber der Welt!!! Von dort aus schlenderte ich durch die Gegend und versuchte etwas zu shoppen. Aber das ist gar nicht so leicht, bei dem ständigen "Yesss, Ma'am" (ich hasse die Anrede Ma'am) und "Excuse me" krieg ich echt das Kotzen. Derartige Ansprachen führen bei mir nämlich nur dazu, garantiert nicht zu kucken, welch tolle Angebote es dort gibt! Naja, an ein paar Ständen gings dann doch ohne und so kam ich immerhin zu einer Schlabberhose, 2 Tshirts und einem Gürtel für insgesamt etwa 8 Euro... Schließlich landete ich in einem kleinen Park, hinter dem anscheinend gerade für Bollywood gedreht wurde. Echt lustig zum Zuschauen. Dann lief ich weiter ins Touristenzentrum, kämpfte mich durch weitere "Yesss, Ma'am"-Verkäufer - und zugleich gegen den Drang, dem nächsten eine reinzuhauen bis zum Internetcafe. Oh Mann, ich muss mir echt wieder abgewöhnen, laut vor mich hinzuplappern. Mein dauerndes "Halt die Fresse", "Alter, schaust du scheiße aus" und ähnliches kommt in Deutschland sicher nicht so gut... So, jetzt ist es mitten am Nachmittag und eigentlich weiß ich gar nicht was ich heute noch machen werde. Vermutlich erstmal irgendwo was essen und dann vielleicht noch ein wenig im Oval Maiden Park chillen und evtl. endlich mal verstehen, wie Kricket funktioniert... Morgen ist dann der definitiv letzte Tag. Auch der wird gemütlich, ich will mir eigentlich nur die größte Waschmaschine der Welt anschauen, die Dhobi Ghat, wo 1000e Menschen Wäsche aus ganz Mumbai waschen. Am späten Nachmittag muss ich dann zum Flughafen, um 8 geht mein Flieger nach Delhi, wo ich um 10 lande. Dann mit der Metro zum International Airport. Mein Flieger geht Dienstag früh um 4 und da ich drei Stunden vorher da sein muss, lohnt sich ein Hotel definitiv nimmer... Also, mal sehen, ob ich morgen nochmal schreibe, ansonsten lest ihr von mir, wenn ich wieder zu Hause bin...

Freitag, 6. September 2013

Letzter Stopp: Mumbai 5.-6.9.

Kaum zu glauben, aber es geht echt dem Ende zu. Diese 6 Wochen Sommerferien werden auch immer kürzer! Gestern war ich eigentlich den ganzen Tag an irgendwelchen Flughäfen oder in Flugzeugen. Früh um 6 gings in Port Blair los, nachdem endlich alle Angestellten startklar waren... Lustig, das Gepäck wird gescannt, erst nur das große, dann kriegt eine Schnalle vom Rucksack einen Aufkleber rum. Als ob ich ihn dann nicht mehr aufkriegen wuerde, lustig! Hab ich dann auch, denn meine Muscheln, die ich gefunden hatte, mussten umgepackt werden. War mir nicht so sicher, ob die legal mit durften :P So gings auch ganz leicht... Dann wieder warten bis der Typ vom Immigration Büro soweit war. Und dann wieder warten bis auch die Security-Check-Leute alle bereit waren. Wobei ich langsam echt anfange, den Vorzug von Lady-Schlangen zu genießen, einfach mal an zig wartenden Männern vorbeigehen, hat was. Auch lustig, was die hier für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen haben. Beim Boarding kuckt der erste aufs Ticket, der 2. liest ne Nummer drauf vor, die der 3. abstreicht. Nummer 4 kuckt, ob am Rucksack das richtige Schild hängt und vom Security-Check gestempelt wurde. Wie sollte er sonst hierher kommen?!? Dann in den Bus zum Flugzeug, wo wieder 2 stehen, die das Ticket anschauen und das Schild checken. Der 1. Flieger war total leer, hatte eine Reihe für mich. Dann hatte ich 6h Aufenthalt in Kolkata, bevor es weiterging. Immerhin war da ja der Subway... Dann wieder das gleiche Spielchen, wobei dieses Mal noch einer dazu kam, der mich beim Boarding vom Stuhl hochgescheucht hat, ich müsse mich jetzt endlich anstellen! Geht noch, ich seh selber, wenn die Schlange sich dem Ende neigt, vorher kann sich anstellen, wer mag, ich nicht! Im Flieger saß voll das strange Pärchen neben mir. Sie hat dauernd geheult, er hat auf sie eingelabert und gleichzeitig am Handy gezockt. Irgendwie fast lustig. In Mumbai angekommen, wurde ich schon erwartet und zum Hostel gebracht. 6er Dorm, aber die 1. Nacht war ich allein. Heute soll aber noch wer kommen. Das Hostel ist echt sauber und es war ganz leise nachts. Der Nachteil wurde heute sichtbar. Da es in Flughafennähe liegt, brauchte ich mit Bus und Bahn und Warten 1 1/2 Stunden ins Zentrum. Hab mir mal ein Touriticket gegönnt, somit muss ich die nächsten Tage nicht anstehen (5Tage für knapp 2 Euro...) Im Zug gibts auch immer einen Ladies-Wagen, der war zwar auch absolut gestopft voll, aber immerhin keine stinkenden Männer, sondern nur frisch gewaschene Mädels, über die ich lässig drüberkucken kann, die sind ja alle so mini! Erstmal gabs ein kleines Frühstück, war schon fast 12 Uhr. Dann kam gleich ein Highlight, ich machte die Tour in den Dharavi-Slum, den größten Slum Asiens. Der, wo Slumdog Millionär spielt! War echt wahnsinnig interessant! Erst gings zu den Töpferbetrieben, was für ein Qualm, das Zeug wird halt mit Holz gebrannt und noch mit irgendwelchen alten Lumpen bedeckt, stinkt wie sau! Dann in das Recyclingviertel, wo echt alles weiterverarbeitet wird. Natürlich mit primitivsten Mitteln und ohne irgendwelche Sicherheitssachen. Z.B. wird da Aluminium geschmolzen und neu gegossen und der Typ, der das macht, steht in Sandalen und ohne Handschuhe rum... War schon echt beeindruckend. Aber die Leute sind irgendwie voll zufrieden. Die wollen gar nicht weg! Dementsprechend sicher fühlt man sich auch, der Guide meinte, hier koennte ich mitten in der Nacht allein rumlaufen, es würde nichts passieren... Nach der Slumtour fuhren wir zum Ausgleich am teuersten Einfamilienhaus der Welt vorbei. Ca. 30 Stockwerke für 5 Personen - und 600 Angestellte... Für schlappe 1000.000.000 Dollar... Nachmittags ging ich zum Gateway of India, einer Art Triumpfbogen am Meer, für irgendeinen englischen König errichtet. Jetzt sitz ich hier grade in einem Internetcafe mit dem schnellsten Internet in Indien, das ich je hatte. Dann werd ich mal noch ins Cafe Leopold schauen, DAS Backpackercafe, wo jeder wohl mal hin muss, bevor ich mich in Richtung Zug nach Hause aufmache...

Dienstag, 3. September 2013

Andamanen - Ein Traum aus 1001 Strand 26.8-4.9.

So da hier jetzt ungefähr eine Woche geschrieben wird, werd ich mal ein Datum einfügen, sonst blick ich selber nimmer durch...
26.8.:
Gegen 8 gings los, raus aus unsrem Luxusdomizil und rein ins gute alte englische Taxi zum Flughafen. Für ne Stadt mit 15 Mio. Einwohnern echt mini. Schnell eingecheckt bei unsrer scharfen Airline (Spice Jet...) und dann stilecht bei Subways gefrühstückt. Wie daheim aber spottbillig natürlich. Um 11 ging der Flieger. Übrigens gleiches Bild wie zu Hause, bevor das Boarding überhaupt beginnt, wird sich schon mal angestellt... Ok, dafür mussten wir dann halt wieder zwei Inder von unsrem Fensterplatz verjagen ;-)
Um halb 2 landeten wir. Alle Ausländer mussten erstmal ihr gesondertes Andamanenvisum beantragen. Ging sehr schnell, wir waren zu viert...
Aus dem Flughafen draußen stürzten sich die Tuktukfahrer auf uns und unterboten sich gegenseitig. Handeln war gar nicht mehr nötig und so gings zügig zum Fähranleger, in der Frauenschlange Tickets für den nächsten Tag kaufen. Die 6-Uhr-Fähre war leider schon voll, aber um 11.30 durften wir mit. Danach gings zu einem nahegelegenen Hotel vom LP einchecken und gleich weiter in die "Innenstadt" von Port Blair. Ein letztes Mal Internet Marke extra-slow, ein paar Vorräte für die Überfahrt kaufen und Abendessen. Hier geht halt mal schon um fünf die Sonne unter, da die halt in ganz Indien nur eine Zeitzone haben. So waren wir auch recht bald zurück im Hotel, wir sind ja anpassungsfähig!
27.8.:
Beim Ausschlafen wars das schon wieder mit dem Anpassen, aber wir hatten ja echt Zeit. Es gab zum Frühstück wieder Roomservice, ich glaub, die haben einfach nirgends Platz zum Essen :D
Dann gings zur Fähre, was ein alter Kutter! Ein muffiger Innenraum, außen quasi gar kein Platz. Wir quetschten uns irgendwo am Boden neben die Reling. Kurz vor Havelock fings aber mal wieder an zu regnen. Dort angekommen mussten wir wieder durch die Einwanderungsbehörde, mittlerweile war unsre Zahl auf 11 Touris gestiegen, darunter 9 Deutsche und Ösis! Gleiches Bild vor der Tür, wir fuhren für sage und schreibe FÜNF Rupien! Dafür sollte das von uns ausgewählte Resort nicht mehr existieren. Glaubten wir nicht, deshalb ließen wir uns an der Tauchschule Barefoot at Havelock absetzen. Wo uns tatsächlich bestätigt wurde, dass das Resort vor einiger Zeit dicht gemacht hatte! Ich checkte tauchtechnisch die Lage und wir zogen weiter die Straße lang von Resort zu Resort bis wir unseres entdeckten. Die Preise vom LP passen aber leider nimmer soo ganz, dazu kommt, dass wohl im September die Hauptsaison losgeht (kann ich mir nicht vorstellen...) und sie ab da alle das dreifache wollten! Einer hat uns dann den Preis geblockt, jetzt zahlen wir für unsre süße Bambushütte 600 die Nacht. Mit Bad, Moskitonetz Terrasse und Meerblick, schon ok. V.a. bei dem stetig fallenden Rupienkurs :P
Als das endlich geschafft war, gings direkt ins Meer. Das dank Ebbe irgendwie weg war... Über Badewannentiefe kamen wir nicht hinaus. Aber die Temperatur war dazu passend ;-)
Nach bzw. beim Duschen wurde die Bedeutung von Moskitomittelchen deutlich, die haben echt unter der Dusche angegriffen! Danach wackelten wir los auf der Suche nach fester Nahrung - seit dem Frühstück gabs nur etwas Obst. Wir landeten in einem ganz typischen kleinen Restaurant. Für Forni gabs nen White Snapper, den sie sich selbst aussuchen durfte. Für mich, die ich mit allem, was auf dem Teller lebendiger aussieht als Fischstäbchen, nix anfangen kann, leider nur das Drumherum aus Reis, Dal und Gemüse. Garnelen waren leider aus :-(  Der Spaß kostete uns 5 Euro...
Danach gings zu Fuß auf stockfinsterer Straße weiter durch Dorf 3 bis zum ATM, der wider Erwarten Geld hatte, und v.a. zum Wine Shop, der einzigen Möglichkeit hier an alles von Bier aufwärts zu kommen. Mit vier Dosen Starkbier gings den ganzen weiten Weg zurück. Klarer Fall, ein Roller musste her!!!
Gegen neun schlugen wir dann vor unsrer Hütte auf, wo das Bier mit ein paar Runden Kniffel aufm Handy geleert wurde.
28.8.:
Um halb acht klingelte der Wecker (Stichwort Anpassung) und der Roomservice kam zur Abwechslung mal auf die Terrasse. Dummerweise hatte ich bei meiner Bestellung vergessen zu erwähnen, dass ich Cornflakes ohne Zucker bevorzuge... So bekam ich aber Zucker mit Milch und Cornflakes - in dieser Reihenfolge! Bääh, hab echt nur die obersten halbwegs trockenen runtergekriegt. Der Zuckerbedarf der Woche war gedeckt.
Danach gings los zur Tagesmission: Roller mieten! Gar nicht so leicht, die stehen zwar überall rum, aber an Ausländer dürfen sie nicht vermietet werden. Dann fanden wir aber doch noch den einen richtigen und bekamen den letzten Roller. Weiter zum Supermarkt, 5l Sprit kaufen. Mit Trichter...
Und schon tuckerten wir los 10km auf die andere Inselseite zum Beach #7, dem schönsten der Insel und wohl auch einem der schönsten der Welt. Und das könnte er wohl auch sein, wenn die Inder nicht wären, die nun mal überall ihren Müll fallen lassen und damit auch am Strand nicht aufhören :-( Echt traurig, dadurch verliert er halt locker mal 50% seiner Wirkung. Wir liefen ihn ein Stück entlang bis wir ein menschenleeres Eck für uns fanden. Nicht so, dass er irgendwo voll gewesen wäre... Dort blieben wir den ganzen Tag, faules Nichtstun, Plantschen in den echt guten Wellen.
Leider verabschiedete sich die Sonne zum Untergehen hinter dem Dschungel. Dabei hatte ich gedacht, wir wären an der Westküste, aber die machte leider einen Knick.
Als wir abfuhren, trafen wir noch auf die Ösis von der Fähre und verabredeten uns für den Abend. Dann gings mit unsrem Roller zurück, duschen und dann zum Pasta Essen ins Barefoot. Pasta Arabiata, die null scharf war, sucht den Fehler ;-) Aber sonst sehr lecker. Weiter zum Wineshop, wir kauften indischen Rotwein (ausbaufähig) und rollerten zurück. Zu Fuß gings zum Hotel der Ösis fünf Minuten entfernt. War echt ein lustiger Abend, erst am Strand, auch wenn das hier nach Sonnenuntergang verboten ist, dann später im Zimmer. Die fünf, vier Jungs und ein Mädel, hatten ne gut sortierte Bar zusammen gesammelt... Waren alles Medizinstudenten, die paar Wochen in Kalkutta Praktikum im Krankenhaus gemacht haben. Haben uns empfohlen, lieber nicht ernsthaft krank zu werden... Unterirdische Zustände!
Gegen zwölf sind wir dann zurück gewandert und trotz Stirnlampen erstmal vorbeigerannt.
29.8.:
Um dreiviertel 7 klingelte der Wecker, es ging los zum Tauchen bzw. zum Schnorcheln. In der Tauchschule schnell noch zuckerlose Cornflakes gefrühstückt, Ausrüstung gepackt und schon gings los aufs Boot. Mit uns waren nur ein französischer Taucher und drei Inder plus Kleinkind. Eine der Inderinnen kotzte halt nach der halben Stunde gleich mal über Bord, fast auch noch auf der windtechnisch falschen Seite...
Dann waren wir auch schon am Ziel, einer Mini-Insel, so klein, dass Forni einmal außenrum schnorchelte. Inder sehen beim Schnorcheln übrigens extrem lustig aus: Im langen Schwimmdress samt Bademütze und Schwimnweste krallen sie sich am Rettungsring fest... Und kommen auch nicht wirklich vorwärts. Tauchen war auch gut, aber an Ko Tao kommts nicht ran. Der Franzose musste vielleicht nach der dreiviertel Stunde hochgeschickt werden, Luft war alle. Ich brauchte wie üblich nicht wirklich viel und schaffte mit 72 Minuten meinen bisher längsten Tauchgang. War echt schön. Zurück an Bord zu Forni aufs Dach gelegt und weiter gings zu einem süßen kleinen völlig leeren Strand. Dort wurde etwas relaxt, bevors von dort aus zum 2. Tauchgang ging. Ähnlich wie der erste. Zurück am Strand gabs Lunch und einen gepflegten Mittagsschlaf. Auf der Rückfahrt pisste es wieder mal wie aus Eimern, störte uns somit aber reichlich wenig. Wir lagen noch ne Stunde am Strand bevors zum Duschen zurück ging. Abends gabs endlich die lang ersehnten Garnelen. In Form von Suppe und Momos. Das sind so gefüllte Teigtaschen, die über Dampf gegart werden. Sehr lecker. Danach gings wieder zu den Ösis, allerdings ohne Strand, da laut Hotelpersonal mit Polizeikontrollen zu rechnen war. War ein super Abend, leider aber auch der letzte, da die anderen am nächsten Morgen abgereist sind. Um eins waren wir dann wieder zurück.
30.8.:
Der Plan des Tages war, zum Elephant Beach zum Schnorcheln zu gehen. Dazu hatten wir extra zwei der Ösis ihre Ausrüstung zum halben Preis abgekauft. Los gings aber erstmal mit einem leckeren Frühstück unter anderem mit nem echt geilen Nutella-Pancakes. Dann rollerten wir los. Um zu diesem Strand zu kommen, gibts zwei Möglichkeiten. Die meisten kommen per Boot, genau genommen alle außer uns... Wir wählten den etwa 40-minütigen Trek durch den Dschungel, der nach Regenfällen schwer passierbar werden kann. Früh hatte es schon mal geregnet... Wir stapften los und es wurde tatsächlich immer matschiger. Irgendwie schaffte ich es aber doch, mit trockenen Turnschuhen anzukommen, auch wenn sie von außen total eingeschlammt waren ;-) War aber echt cool, quer durch den Dschungel. Am Beach angekommen war schon einiges los, aber nur Boote mit Indern. Und die waren echt wieder lustig. Am Strand wurden Schwimmreifen verliehen, also versuchte jeder der teils echt dicken Inder, sich in so ein Ding zu quetschen, was teils nur mit Hilfe gelang. Die Frauen natürlich voll bekleidet... Um dann, wenns hoch kam, bis zum Bauchnabel ins Wasser zu gehen. Dabei klammerten sie sich gerne noch an andere Personen. Wenn sie darin dann auch noch versuchten zu schwimmen, wurde es noch besser. Die Arme reichten kaum ins Wasser und mit den Füßen wurde aufs Wasser geschlagen. Hätte zu gern einen Nagel gehabt :P Mein persönliches Highlight war aber der Al-Kaida-Mitarbeiter mit der roten Bademütze... Ein paar versuchten auch wieder zu schnorcheln, natürlich mit Rettungsring. Aber dort, wo sie waren, gabs eh nix zu sehen, alles, was da mal war, war komplett totgetrampelt. Erst weiter draußen im Nichtschwimmerbereich wurde es besser. Aber kein Vergleich zum Tag vorher. Gegen Mittag pisste es ordentlich, und wieder einmal der Beweis: Es geht doch nichts über einen wasserdichten Ocean Pack. Nach und nach fuhren alle Boote ab, bis wir ganz allein waren. Cool!
Dank des vielen Regens war der Rückweg dann erst recht lustig. Das mit den trockenen Schuhen gab ich nach wenigen Schritten auf, einziges Ziel war, nicht so tief im Schlamm zu versinken, dass die Schuhe stecken bleiben. Am Roller angekommen, sahen wir aus wie Sau. Matschig bis zu den Knien, mindestens. Zurück am Bungalow gingen wir gleich ins Meer, Schuhe waschen. Waren echt nur braune Klumpen.
Abends fuhren wir zum Hafen Pizza essen, war ganz gut, leider aber nicht Holzofen wie wir gelesen hatten. Und leider hatte der Wineshop den zweiten Tag in Folge zu, die Abendgestaltung ist hier echt schwer. Also gings zurück. Wir verbrachten dem restlichen Abend bei unsren neuen Nachbarn, zwei Mädels aus Israel. Die bleiben hier halt mal drei Wochen auf der Insel. Ich glaub, da würde mir echt das Bambusdach aufn Kopf fallen...
31.8.:
Heute klingelte mein Wecker wieder schon um dreiviertel 7, es ging zum Tauchen. Forni durfte weiterschlafen. Nach einer Schüssel Cornflakes im Barefoot gings raus aufs Meer, dieses Mal in einem kleineren alten Kutter. Ohne Schnorchler ankerten wir im offenen Meer. Die beiden Tauchgänge waren deutlich tiefer, es ging bis auf knapp 30m. Dafür gabs viel mehr und größere Fische. War echt richtig gut. Und das Highlight gabs gleich zu Beginn: White-tip Reef Shark :D Oder zu deutsch: ein kleiner Hai! Leider begann es dann aber auf der Heimfahrt ordentlich zu regnen. Hörte zwar wieder auf, als wir gegen 2 zurück waren, sodass ich noch mal ne Stunde Strand bekam, aber dann gings erst richtig los. Richtig schöner starker Monsunregen für den restlichen Nachmittag. Ich kam grade noch trocken bis vor unsre Hütte, kurz danach stand alles unter Wasser. Forni kam einige Zeit später, als es nicht mehr ganz so stark schüttete. Unter Einsatz ihres Lebens konnte sie sich in einer Rekordzeit von drei Stunden unsere Fährtickets erkämpfen!
Abends waren wir in einem kleinen Dachrestaurant ohne Speisekarte. Für Forni gabs eine Scheibe Fisch, wir wissen nicht welchen, für mich Garnelen, alles vom Grill. Für nicht mal 5€... und saulecker
Auf der Heimfahrt hielten wir noch am Wineshop, der wieder offen war, und deckten uns mit Bier ein. Und wir waren im saulangsamen schnellsten Internetcafe der Insel. Aber immerhin, es existiert und heut ging es sogar ein bisschen und ich konnte mein letztes Hostel für Mumbai buchen. Schon krass, da neigen sich die sechs Wochen schon wieder dem Ende zu...
Jetzt sitzen wir vor unsrer Hütte, trinken unser Bier und hören den Indern beim Fernsehen zu...
1.9.:
Der Tag fiel wohl unter das Motto: Monsun... Schon nachts regnete es wie aus Eimern auf unser Dach. Früh hörte es zwar auf, war aber richtig grau. Wir blieben für hiesige Verhältnisse richtig lang im Bett (halb 9) und gingen dann erstmal zum Pancake-Dealer unsres Vertrauens frühstücken. Danach fuhren wir trotz allem zu Beach #7. Etwa ne Stunde lang ging das auch noch gut, dann fings aber wieder an zu schiffen ohne Ende. Ich flüchtete mich ins Wasser, da kam es mir nicht ganz so nass vor und auch nicht so kalt. Forni zog einen Unterstand vor und klammerte sich an mein Kindle. Gegen 2 oder so kapitulierten wir, die ganzen Inder hatten schon viel früher aufgegeben. Nachdem wir an den ganzen Läden an der Straße nirgends einen heißen Chai bekamen (Hallo? Wir sind hier in Indien und nirgends gibts Chai?!?), schwangen wir uns auf den Roller und fuhren über ATM und Internetcafe heim. Immerhin war der Regen deutlich schwächer... Den Chai gabs dann mit Roomservice auf die Terrasse. Gegen Abend wurde es zumindest wieder trocken um uns rum, sodass wir zum Essen loszogen. Anju Coco, der Pancake-Dealer, war wieder mal das Ziel. Dieses Mal gabs Red Curry für die Forni (mit Schärfewarnung, war aber eigentlich fast mild) und für mich Garnelen in Sweet Chili mit Bratkartoffeln und Knobibrot. Und zum Nachtisch noch nen Pancake - wer uns kennt, weiß was drauf war...
Damit der Tag nicht komplett ohne Action blieb, erwartete uns zu Hause unser wenig beliebtes Haustier Hugo Kowalski, eine Kakerlake. Und das nicht irgendwo, nein, Hugo befand sich im Bett, unter dem Moskitonetz!!! Dort, wo wir bisher dachten, vor seiner Familie sicher zu sein. Ich versuchte ihn mit meinen Flipflops im Netz hängend zu zerquetschen, aber davon zeigte er sich unbeeindruckt und rannte munter weiter durchs Bett. Wir zerlegten dieses in seine Bestandteile, doch das Vieh konnte fliehen. Danach wurde das Netz hermetisch abgedichtet.
Auf den Schock gabs erstmal ein Bier, Schnaps wäre uns lieber gewesen, hatten wir aber nicht...Den Abend ließen wir dann mit ner Runde Handykniffel ausklingen.
2.9.:
Dieser Tag startete um Welten besser als der letzte und hielt bis abends, was er versprach.
Als ich um kurz vor 7 ohne Hugo zu sehen die Haustür öffnete, schien mir die Sonne aus einem strahlend blauen Himmel entgegen. Los gings zum Tauchcenter. Heute waren wir nur zu zweit mit drei Guides... Auf der Hinfahrt hab ich gleich mal ne gute Stunde lang Sonne getankt. Der erste Tauchgang war super, viele verschiedene große Fische, einige große Schwärme, ein Lobster und ein paar Krabben. Danach wieder eineinhalb Stunden sonnen an Bord und gleich wieder runter. Und um das Tauchen hier für mich nach dem Hai beim letzten Mal perfekt zu machen, gabs zur Krönung noch ne Schildkröte :D juhu! Die Rückfahrt war dafür recht unangenehm und kalt, es war sau windig, so dass die Gischt uns komplett durchweichte, brrr...
Zurück an Land gegen halb 2 schien aber immer noch die Sonne, somit konnte ich schnell wieder auftauen und auch meine Rückseite bekam ihre Farbdosis.
Abends packten wir unsre Rucksäcke und gingen nochmal in ein kleines Fischlokal an der Straße, Garnelen bzw. Red Snapper Essen. Zwei Tauchlehrer waren auch dort und wir unterhielten uns super. Danach gabs noch ein letztes Bier vor der Hütte. Als ich später gerade eingeschlafen war, wurde ich unsanft wieder geweckt. Hugo oder ein Verwandter kuckte durchs Moskitonetz. Wir gaben alles, aber er konnte wieder entkommen. Falls das übrigens so klingt als wären wir total unfähige Kakerlakenjäger, muss ich sagen: Immerhin zwei hab ich die Woche über gekillt! Danach schlief ich aber gut...
3.9.:
Wie schnell so ne Woche vergehen kann! Heute müssten wir tatsächlich unser trautes Heim verlassen. Wir parkten das Gepäck beim Chef, brachten den Roller weg und gingen ein letztes Mal bei Anju frühstücken. Danach warfen wir uns an den Strand, die Sonne meinte es nochmal richtig gut mit uns. Auf zwei gingen wir ins Barefoot duschen und was essen, danach noch ne halbe Stunde zurück zum Strand, dann gings mit dem Tuktuk zum Hafen. Die Fähre war dieses Mal etwas schneller, da wir nicht über Neil fuhren. In Port Blair gings direkt in unser altes Hotel. Und kurz nochmal ins Internetcafe. Am PC ging zwar nix, aber es gab Wifi, somit konnte ich wenigstens meine Mails checken und meinen Pickup für Mumbai buchen.
Jetzt sind wir zurück im Hotel, der letzte Tag zu zweit neigt sich dem Ende. Morgen fliegt Forni nach Delhi und übermorgen nach Hause :-(
4.9.:
Sie ist weg, weg, und ich bin wieder allein allein :-(
Ja so schnell kanns gehen. Der Tag begann heute wieder einmal mit einer kleinen Kakerlakenjagd und dieses Mal waren wir erfolgreich! Ein gezielter Schlag mit unsrer Waffe (Turnschuh) während Forni ihren Rucksack anhob, unter der sie sich verkrochen hatte, dann noch etwa 10x Draufhauen - sicher ist sicher - und sie war erledigt.
Dann trennten sich unsre Wege - Fornis und meiner, nicht der von der Kakerlake. Sie fuhr zum Flughafen, ich ging nochmal zum Strand, 7km, zu Fuß, die Tuktukfahrer streiken und Taxi war mir zu teuer. War zwar ganz schön weit in der prallen Sonne, aber ansonsten ganz schön, die Küstenstraße entlang. Der Strand war natürlich nicht mit Havelock zu vergleichen, aber schon ok und ich war der einzige Touri... Zwischendurch tröpfelte es mal, dann wurde es aber wieder schön. Als ich um halb vier wieder zurücklief, fing es pünktlich an zu pissen. Mal sehen, ob meine Schuhe bis morgen wieder halbwegs trocken sind. Jetzt sitz ich gerade in einem kleinen Lokal am Hafen und versuche zu trocknen...
Nachher gibts hoffentlich noch mal Wifi im Internetshop, damit ich alles hochladen kann.
Morgen früh um halb 9 geht mein Flieger nach Kolkata, wo ich mal schlappe sechs Stunden Aufenthalt habe, bevor es nach Mumbai weiter geht, noch ich dann abends um halb acht ankomme und hoffe, dass der Airport Pickup klappt wie geplant...

Sonntag, 25. August 2013

Weiter nach Kolkata 25.-26.8.

Naja ganz so günstig war der Pool dann zwar doch nicht, genau genommen war er sogar teurer als unser Hotel, was jetzt aber nicht soo schwer war (Doppelzimmer um 5€), aber dafür echt schön und entspannend. Endlich hatte ich mal wieder das Gefühl, saubere Füße zu haben...
Nachmittags gings dann zum Bahnhof, wieder einmal Sleeper. Vom Zug aus sah man erst, wie viel Varanasi da wirklich unter Wasser steht, wenn die Kinder in den Slums zwischen den Hütten schwimmen können. Dieses Mal hab ich sogar halbwegs gut geschlafen. In Kolkata angekommen nahmen wir uns ein Prepaid-Taxi. Pickup war unverschämt teuer. Die haben hier diese tollen alten gelben englischen Taxis. So gabs dann gleich noch je Stadtrundfahrt, der Fahrer hatte selbstverständlich keine Ahnung wo unser Hotel sein könnte... Irgendwie klappte es dann doch noch. Das Hotel ist für unsre Verhältnisse richtig luxuriös und seh sauber, aber mit 20€ auch recht teuer. Fürs Doppelzimmer natürlich. Zum ersten Mal haben wir eine separate Dusche mit Vorhang, man setzt also nicht gleich das ganze Bad unter Wasser...
Am späten Vormittag zogen wir los die Stadt erkunden. Aber irgendwie gibts hier nicht wirklich viel. Eigentlich nur das Victoria Memorial zu Gedenken an die Queen. Das war auch ein echt tolles Gebäude. Der als Pendant zum Central Park angepriesene Park leider nicht... Und das Fort William konnte man auch nicht anschauen. Hätten wir nur mal den Reiseführer besser gelesen :D Durch Zufall verirrten wir uns dann wenigstens in eine Hauptgeschäftsstraße, wo wir im Mac endeten... Aber ich war begeistert, eine echt große Auswahl vegetarischer Sachen, die auch noch gut schmeckten! Kann sich der deutsche mal ne Scheibe abschneiden! Und spottbillig natürlich auch noch...
Danach irrten wir noch weng weiter, entschieden uns dann aber doch für Taxi zum Hotel. Dieses Mal deutlich schneller, da wir etwas besser bescheid wussten so wir hinwollten. Also endete der Tag wieder einmal mit Rumgammeln ;-) Und zum ersten Mal in meinem Leben gönnte ich mir Roomservice. Wir ließen uns das Essen ans Bett liefern. Gab aber auch gar keine Alternative, ein Restaurant scheints nicht zu geben.
Morgen früh gehts dann endlich auf die Andamanen. Das ist auch der einzige Grund, warum wir hier sind... Auf den kleineren Inseln gibts wohl nicht unbedingt Internet, kann also gut sein, dass wir uns ein wenig ins Nirvana verabschieden. Also nicht beschweren, wenns keine Blogs geben sollte :P

Freitag, 23. August 2013

Varanasi - Reinfall auf ganzer Linie. 24.8.

Ok, wer jetzt das schlimmste befürchtet, uns gehts gut und wir wurden auch nicht beklaut ;-)
Aber ansonsten hätte man Varanasi auch auslassen können.
Vorgestern ging es mit dem Nachtzug hierher, mal wieder Sleeper. Haben es tatsächlich nicht geschafft bei der AC nachzurücken. Aber war trotzdem recht gechillt, der Zug war ziemlich leer, in unsrem Abschnitt von 8 Liegen waren anfangs 6 besetzt, ab 2 Uhr waren wir allein... Am Bahnhof wurden wir wie  geplant abgeholt indem unser süßes günstiges und für den Preis auch sauberes Hostel gebracht. Doppelzimmer für 450 Rupien und das bei dem momentan sensationellen Wechselkurs von 1:85 statt 1:70!!! Was da auch immer passiert sein mag, aber für uns ist es top!
Bis hierhin lief der Tag wie geplant, doch dann gings bergab. Wir erkundigten uns beim Hausherren nach den Bootsfahrten auf dem Ganges, der Grund, weswegen wir hier sind. Zur Info, zum Sonnenauf- und Untergang fährt man die Ghats entlang, sieht die Pilger sich waschen und beten, kommt dort vorbei, wo die Leichen verbrannt und in den Fluss gestreut werden und setzt zu guter Letzt eine Kerze in einer Lotusblüte ins Wasser. Das hatten wir vor, doch was sagte der nette Hotelmann? Hochwasser, zu viel Monsun dieses Jahr, normal ists im August möglich, dieses Jahr nicht. Wunderbar! Nachdem wir einige Alternativen bekommen hatten, gings zu einer Lonely Planet Empfehlung zum Frühstück, inzwischen wars auch schon nach 1. Wir hatten Lust auf westliches Essen und bestellten 2 Burger. Meiner schmeckte einfach, aber ok, Fornis war total widerlich. Sollte ein Chickenburger sein, aber da war gar kein Burger zu sehen, nur Mayopampe mit vielleicht Hähnchen drin...
Danach wollten wir uns die Ghats ankucken, aber auch hier gabs nix zu sehen außer unendlich viel Wasser und der Straßenlaterne mittendrin... Frustriert wollten wir noch einen Tempel besuchen, aber da durften gleich gar keine Touris rein... Dafür sind die Rikschafahrer hier noch nerviger, dazu die unzähligen Shopbesitzer, sodass ich dazu überging, ihnen schon ein NO entgegenzuschleudern, wenn sie mich nur anschauten :P
Auf dem Rückweg probierten wir es noch mit wenig Hoffnung an einem Kino, aber klar, nur Hindi und auch kein Untertitel. Dabei ist hier Englisch ja offiziell Amtssprache...
Nach etwas Erholung im Hotel wollten wir die nächste Reiseführerempfehlung versuchen, leckere Holzofenpizza (nach über 3 Wochen indisch hat man da ja mal ein Recht drauf. Doch was hörten wir, nachdem wir ca. 3km hingelaufen waren durch Verkehrschaos und ich sogar von so ner blöden Kuh eins mit dem Horn abgekriegt hatte, dass mir jetzt am Arm ein toller blauer Fleck wächst? Abgesoffen!!!
Ok auf zum nächsten heißen Tipp und alles wieder zurück. Zum ersten Mal testeten wir je Fahrradrikscha, auch wenn die uns immer leid taten. Wollen aber ja auch Geld verdienen. Wir suchten uns aber wenigstens einen, der nicht aussah, als ob er gleich runterfallen würde. Dicker als wir darf man für diese Dinger aber nicht sein! Trotzdem müssten wir bestimmt noch nen Kilometer laufen, da man in die engen Gässchen nicht reinfahren darf. Und was hörten wir dort? Heute keine Pizza, der Strom ist ausgefallen, grrrr!!! Das einzige was es gab waren Spaghetti mit Tomatensoße, na gut immerhin. Und die waren echt gut!
Heute haben wir noch nen ganzen Tag hier, der Zug fährt am späten Nachmittag. Fahren gleich in ein Hotel, wo man recht günstig den Pool benutzen darf und danach direkt zum Bahnhof. Dann über Nacht nach Kolkata, wo wir morgen um 7 ankommen sollen...

Donnerstag, 22. August 2013

Agra - das schönste Bauwerk der Welt! 20.-22.8.

So, erstmal sorry an alle, die es nicht erwarten können, meine Blogs zu lesen, dass ich hier zwei Tage lang die Klappe gehalten habe. Ich finds ja unglaublich, dass es solche Leute gibt, weiß nicht ob ich jeden Tag mein Geschmarre lesen wollte :D Aber nachdem schon die ersten Beschwerden eingingen, hier bin ich. Hm, vielleicht sollte ich echt mal ein Buch schreiben, wie wärs mit: Backpacker, Rikschafahrer und andere Katastrophen?!?
Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen: Es gab auch nix zu erzählen! Klingt komisch, ist aber so! Wir waren tatsächlich 1,5 Tage in Agra, ohne das Taj Mahal zu sehen! Ich vermute mal, das ist Weltrekord!
Aber von vorne: Die letzte Nacht in Delhi meinten etwa 50% des Expeditionsteams, dass sie sich nicht wohl fühlen, eher scheiße zu gut Deutsch! Vollgepumpt mit diversen Dopingmitteln schafften es dann aber alle Beteiligten bis ins Hotel nach Agra, wo wir nachmittags ankamen. Schönes großes super sauberes Zimmer, tolles Klo... Den restlichen Tag hieß es also: mehr oder weniger entspannt chillen. Ich überfiel dann mal noch die nächste Apotheke, wo ich für etwa 6€ 4 verschiedene Mittelchen bekam. Nun soll es aber leider Leute geben, die keine Tabletten runterkriegen... Kostete viel Überzeugungsarbeit, aber immerhin war mein kleiner Heizstrahler gestern früh wieder auf Normaltemperatur. Wir hatten hier eh einen Tag Luft eingeplant, eigentlich wollten wir den zwar am Pool verbringen, aber daraus wurde nix. So hingen wir den ganzen Tag im Zimmer bzw auf der Dachterrasse rum. Heute früh sah es etwas besser aus, immerhin war das ja auch die letzte Chance, das Taj Mahal zu besuchen. Im Schneckentempo zogen wir also gegen 7 los, waren auch so nur etwa 10 Minuten zu Fuß. Wer sich hier jetzt auskennt und sagt, 7, viel zu spät, da ist die Sonne ja schon aufgegangen, dem sei gesagt: Stimmt, aber eh hinter den Wolken... Aber es war noch verhältnismäßig leer dort. Nachdem wir das teuerste Ticket des ganzen Urlaubs - 10€ - gezahlt und der komplette Rucksack dem Security-Check standgehalten hatte, gings hinein. Wow, Wahnsinn, echt mindestens so toll wie ich es mir immer vorgestellt hatte!
1000 Fotos später gings dann weiter auf eine Dachterrasse in der Nähe zum Frühstück. Mit ein bisschen Blick aufs Taj. Danach folgte das Fort, das auch nicht schlecht ist. Und deutlich besser erhalten als das in Delhi. Später gabs noch ein anderes Grabmal, das Baby-Taj, und einen Abstecher in einen Park, vom dem aus man einen wunderbaren Blick über den Fluss und das Taj Mahal auf der anderen Seite hatte. Und ziemlich ohne Menschen. Dort konnte ich auch endlich wirklich einen Geocache loggen, der erste, der auch da war, wo er sein sollte. Das ständige Fotologgen oder Zettelchen hinterlassen nervt schon...
Jetzt bin ich im Hotel zurück und frisch geduscht. Aber schon wieder nass geschwitzt. Gleich gibts Abendessen und um 9 geht unser Nachtzug nach Varanasi. 13h Sleeper Class... Die besseren waren leider alle restlos ausgebucht und zwar seit einem Monat. Indien Warteliste Platz 1 und 2 sind wir bis jetzt noch nicht nachgerückt :-( Naja, wir werden es überleben...

Montag, 19. August 2013

Delhi Teil 2 - Das echte Leben... 19.8.

Heute morgen starteten wir ganz gemütlich mit Frühstück auf der Dachterrasse. Um 10 hatten wir eine Tour gebucht mit Salaam Baalak Trust. Das ist eine Organisation, die seit 25 Jahren Straßenkinder einsammelt und ihnen ein besseres Leben ermöglicht. Die bieten Touren an, die von ehemaligen Straßenkindern geführt werden. Schon krass, man kommt zu einer Zentrale am Bahnhof, einer Anlaufstation für die Kinder, in der sie tagsüber lernen und spielen können und wo es medizinische Versorgung gibt. Dann sahen wir eine Recyclingstelle. Viele Kinder sammeln Müll wie Papier oder Plastikflaschen und können die dort abgeben. Für ein Kilo Flaschen bekommen sie 30 Rupien... Zum Abschluss kamen wir in eine Art Heim, in der etwa 50 Jungen leben und beschult werden. Die waren total süß, ein paar konnten brockenhaft englisch, ansonsten redete man mit Händen und Füßen. Und alle wollten mit uns Armdrücken oder so Klatschspiele spielen. War echt beeindruckend. Dann gabs noch so je Art Heldengalerie mit denen, die es geschafft haben. Ein paar Studenten in verschiedenen Ländern und einige in höheren Positionen, die alle aus dem Projekt kamen. Gekostet hat das ganze 200 Rupien, aber ich glaub, jeder hat mehr dort gelassen...
Danach fuhren wir mit dem Tuktuk zum riesigen Gewürzmarkt. Wahnsinn!!! Wir haben eingekauft wie die großen. Leider große mit kleinem Rucksack... Aber Chili bis an mein Lebensende! 500g gemahlen für 80 Rupien, natürlich richtig scharfes, Pfeffer, Zimt, ... Nur leider haben wir nicht gecheckt, dass nur ein einziger Vanilkeschoten hatte, für 10 Rupien das Stück... Haben ihn später leider nimmer gefunden :-/ Aber dann gibt es jetzt halt Zimteis, vielleicht mit einem Hauch Chili?!?
Und dann gabs noch ne Tüte Cashews to go...
Nach dem Markt gings zurück in Hostelnähe, wo wir auf einem Rooftop lecker Mittagessen bekamen. Zum Duschen zurück ins Hostel und weiter zum Connaught-Place, wir wollten ins Kino, so je typische Bollywood-Schnulze. Leider gabs in keinem der Kinos was Englisches, nicht mal als Untertitel. Vermutlich hätte man die hoch komplexe Handlung auch auf Hindi verstanden, aber dazu hatten wir dann doch keine Lust. So landeten wir in einer Möchtegern-mexikanischen Bar. Der Strawberry-Margherita war echt schlecht, quietschpink, da ist noch nicht mal ne echte Erdbeere dran vorbei gelaufen... Die Nachos mit Salsa waren da schon viel besser. Lustig nur, dass uns der Ober warnte, weil es scharf wäre. Hm, also ne scharfe deutsche Salsa ist schärfer... Aber gut wars.
So kommts also, dass wir früher als erwartet wieder im Hostel sind. Naja, morgen müssen wir schon bald raus, unser Zug nach Agra zum Taj Mahal fährt um halb zehn und vorher müssen wir noch ne Stunde mit der Rikscha durch die Stadt...
In diesem Sinne: Gute Nacht!!!

Gewürzmarkt 19.8.

Unser Einkauf für 10€: 1kg gemahlenes Chili, 1/2kg getrocknetes, 300g Pfeffer, 500g Curry, 100g Zimtstangen und Kardamon...

Sonntag, 18. August 2013

Delhi - Forni ist da!!! ;-) 17.-18.8.

Juhu, endlich ist die Verstärkung eingetroffen! Gestern gings dann ohne größere Probleme wieder ins Hotel und zum Bahnhof. Dieses Mal testete ich wieder eine neue Klasse: AD Chair Car. Gehobenes Niveau, Sitze wie in deutschen Bussen zum Verstellen. Kaum saß ich hatte ich schon ne Flasche Wasser im Getränkehalter, kurz darauf das erste von vier Tabletts vor mir mit diversen Snacks. Auf die Frage nach Tee und einem Ja von mir bekam ich gleich ne ganze Thermoskanne heißes Wasser. Ich dachte das wars, aber weit gefehlt. Kurz darauf kam Suppe mit Grissini, dann Hauptgang mit Dal, Veggie, Reis und Brot und schließlich noch ein pappsüßes Eis. Das ganze über ein paar Stunden verteilt. Zum Abschluss gabs noch einen letzten Durchgang, in dem das Trinkgeld eingefordert wurde. Aber verdient!
Völlig entspannt purtzelte ich gegen elf in Neu Delhi ausm Zug und landete wieder direkt im indischen Chaos. Zu Fuß gings zum Hostel, keine 500m und nur etwa 100 Tuktuk-Fahrer und 30 Hotel-Schlepper weit weg... Es lebe das GPS! Des weiß halt, wo es lang geht ;-) So war ich also kurz danach auch schon im Bett. In einem super sauberen Bett! In einem winzigen sauberen Zimmer im 3. Stock, also auch recht ruhig. Nur mitten in der Nacht um drei wurde ich unsanft aus dem Schlaf gerissen, es polterte an der Tür, Forni war da!!! Nach einigem Informationaustausch pennten wir dann auch tief und fest...
Heute früh gings los mit einem kleinen Frühstück auf der Dachterrasse. Mit einem Kaffee mit Milch und viel Zucker. Oder besser gesagt, ein Becher Zucker mit etwas Kaffee... Muss ich morgen auf jeden Fall anders ordern...
Gestärkt machten wir uns auf die Suche nach dem Metroeingang, dank extra Frauenschlange am Security-Check ging es auch schnell rein. Es gibt sogar einen Wagon nur für Frauen!
Wir fuhren zum Chodni Chawk, der Hauptader von Old Delhi, von wo aus wir uns zwischen 100en Tuktuk- und Fahrradrikscha-Fahrern bis zum roten Fort durchschlugen. Verglichen mit den bisherigen war das aber ziemlich enttäuschend. Denen haben sie hier alles weggeklaut, wahrscheinlich hab ich die Schätze schon in den anderen Forts gesehen :D Und rein durfte man auch nirgends, was sich deutlich bemerkbar machte, als der Monsun mal wieder einsetzte. Aber wir waren immerhin mit genügend Schirmen bewaffnet... Wieder draußen hatte auch der Regen aufgehört und wir schlugen uns zu Fuß durch einige Straßenmärkte durch bis zur Jama Masjid, der größten Moschee von - hm, wovon eigentlich?!? Ich glaub von Indien, aber ich weiß grad net sicher...
Dort durften wir 300 Rupien für den Foto abdrücken. Inder fotografieren komplett umsonst. Und dann wollte man uns noch so versüffte Zelte überwerfen, die Röcke und Shirts waren zu kurz. Hat der gekuckt, als wir unsre Neuzeit-Röcke auf bodenlang gepimpt hatten. Tuch bzw Jacke drüber und schon konnte der nix mehr sagen ;-) Innen mussten wir wieder mal für mind. 5 Fotoshootings herhalten. Scheint eine Art Volkssport zu sein, Touris mit sich selbst ablichten. Oder wahlweise kleine Kinder vor uns abstellen, die natürlich dann total glücklich in die Kamera lächeln... Erklären konnte uns das bisher noch keiner. Wahrscheinlich kapieren sie es selber net. Bald standen wir etwas verloren vor dem Ticketstand für eines der Minarette. Frauen und Kinder durften allein nämlich nicht rauf. Doch zu zweit schien das für den Ticketverkäufer kein Problem zu sein.
Egal, um 200 Rupien erleichtert hatten wir von oben jedenfalls je gute Aussicht auf das umliegende Chaos. Ach ja, da mir das ständige Umrechnen zu doof ist, 70 Rupien sind etwa ein Euro.
Von der Moschee aus gings zurück zur Metro. Dort lernten wir: Frauen dürfen sich am Ticketschalter echt einfach vordrängen! Hat schon was. Wir führen zum Connaught-Place, dem zentralen Knotenpunkt Delhis mit allen westlichen Geschäften. Dort wo die bessergestellten Inder shoppen. Nach etwas rumlaufen gingen wir in ein gehobenes Restaurant mit Kühlschrank-Klimaanlage. Wir zahlten zu zweit etwa 20 Euro, aber das wars echt wert. Superlecker, viel und wirklich schön gemacht. Und Mittagessen um fünf hat auch den Vorteil, dass man abends eh nix mehr braucht. Nach dem Essen schlenderten wir noch ne Runde im Kreis weiter. Da dann in der Metro anscheinend wieder mal Rushour war, beschlossen wir, zum Hostel zu laufen, GPS sagte auch, nur gut 1km Luftlinie. Ist echt seinen Preis wert das Ding! Nach ner Runde Internetcafe, nächstes Hostel buchen und so, ging es mal schnell unter die Dusche. Jetzt sitzen wir ganz in der Nähe in einer Dachterrassen-Bar und trinken frisch gepressten Saft und Lassi. Ein bisschen was hat das hier von der Kaosan Road in Bangkok, alle Backpacker auf einem Haufen...
Morgen gehts dann weiter auf Erkundungstour durch Delhi und abends vielleicht in einen typischen Bollywoodfilm...

Samstag, 17. August 2013

Jaipur - Lärm, Gestank, ein einziges Chaos 16.-17.8.

Das Hotel in Ajmer war mit Abstand das beschissenste Hotel, in dem ich jemals war! Und das zwischen Peru und Vietnam, das muss echt was heißen! Mit dreckigen Zimmern kann ich ja echt langsam leben, für dreckige Betten hab ich meinen Schlafsack. Aber wenn das Bett stinkt, hörts,echt auf! Und ihr wollt gar nicht wissen wonach es gestunken hat, ekelhaft!!!
Ok irgendwie hab ich auch das überlebt und früh um 6 durfte ich ja auch schon raus und zum Zug nach Jaipur. Zum Glück. Um 10 war ich auch schon da und wurde direkt im Wagon von einem Hotelmitarbeiter abgeholt. Dieses Mal gabs ein Hostelzimmer, aber ich war allein. Sehr sauber und gut riechend! Hab erstmal den Schlafsack gewaschen... Und hinterher gleich noch einiges andere, da der Hotelbesitzer meinte, Laundry ginge bis morgen nicht, würde nicht trocknen. Denkste, alles trocken! :P
Dann gings los zum Sightseeing und da wurde der einzige Nachteil am Hotel deutlich: Es liegt am Arsch der Welt, also immer Tuktuk fahren... So gings in die Stadt und dann mit dem Bus zum Amber Fort außerhalb. Auch nett, aber verglichen mit den bisherigen ziemlich abgefuckt. Danach war ich noch im Hawa Mahal und dann gings zurück ins Hotel, ich konnte nicht mehr. Kann man eine Abgasvergiftung kriegen? Ich glaub ich hatte sie! Hier ist ein unglaubliches Verkehrschaos, garantiert keiner bekäme eine Umweltplakette, alle stinken durcheinander. Dazu noch die anderen Gerüche, Kuh, Klo, Fettiges Essen, seltsame Gewürze... Ich war am Ende,Kopfschmerzen, Hals kratzte und schlecht war mir auch.  Zum Abendessen gabs daher nur nen Apfel und ein gutes deutsches Pema-Brot und um 8 schlief ich... Heute Morgen gings mir besser sodass ich mir die restlichen Sehenswürdigkeiten anschauen konnte. Dieses Mal fuhr ich mit dem Bus in die Stadt. Dauert bei dem Chaos auch nicht länger, erweitert aber das Gerüchesortiment erheblich... Also hab ich mir noch den Rest reingezogen, City Palace und sowas astrologisches,... Und grad gegen zwei gabs Mittagessen in einem klimatisierten Restaurant mit geschlossenen Türen. Sehr wichtig! Ich mag jetzt grad auch nimmer, voll der Durchhänger. Ständig wird man angequatscht, hi, namaste, how are you, where are you from... Irgendeiner kriegt bald was auf die Nase, das nervt tierisch. So, jetzt werd ich mich mal wieder aufmachen zum Arsch der Welt, wo mein Rucksack steht und weiter zum Bahnhof. Nachher gehts nach Delhi, wo ich um 11 Uhr abends ankomme und wo kurz danach auch Forni landet. Da wirds zwar bestimmt genauso chaotisch, aber wenigsten logieren wir zentral und Delhi hat ne Metro, in der es zwar auch nicht nach Blumen duftet, aber zumindest auch nicht nach Tuktuk...

Donnerstag, 15. August 2013

Pushkar - heiliges Chaos 15.8.

Gestern Abend gabs dann mal wieder lecker Paneer Tikka Masala in einem süßen Dachrestaurant. Und langsam wirds unheimlich, da ist ein französisches etwas älteres Paar, das scheint mich zu verfolgen: 2x in Bikaner gesehen, im Fort Jaiselmer, im Fort in Jodhpur und dann wieder beim Essen. Heute hab ich sie komischerweise noch nicht gesehen, vielleicht treff ich sie ja dafür morgen in Jaipur wieder... Danach wollte ich mit der Rikscha zum Hotel wegen der bescheuerten Hunde. Der 1. wollte mal 100 Rupien, der hatte doch den Arsch offen! Fuer grad mal knapp 1,5km, der spinnt doch, bin doch nicht in Deutschland. Hab ich ihm auch gesagt, dass das mehr als doppelt so viel ist wie normal, aber er hatte es wohl nicht nötig. 100m weiter gabs die gleiche Fahrt für 50, da war ich so begeistert, dass ich gleich gar nicht gehandelt hab... Ohne Hundebiss gings also ins Bett und heute morgen brachte mich die Omi vom Hotel bis zur Rikscha. War klar, kein Hund weit und breit, aber ich hatte echt weng Schiss... Im Zug - mal wieder Sleeper, aber ich war ja tagsüber unterwegs - war tote Hose, echt leer! Nur 2 deutsche und ein brasilianischer Backpacker und ein paar Inder. Füllte sich zwar noch etwas, aber es war trotzdem recht angenehm, viel Platz zum Ausstrecken. Ich fuhr bis Ajmer, wo ich zum 1. Mal noch kein Hotel im Voraus hatte sondern eines aus dem LP nehmen wollte. Tja, das hat man davon, hatte nur noch ein Zimmer für gut 20 Euro!!! Das nächste war ausgebucht, im 3. wollte der Typ auch 20 für ein Loch. Den konnte ich dann aber zumindest auf etwa 13 runterhandeln. Trotzdem Wucher! Naja, ist nur für eine Nacht. Hätte doch mal direkt in Pushkar logieren sollen, da bin ich nämlich grad, etwa ne halbe Stunde weg. Aber jetzt hab ich morgen meinen Zug ab Ajmer gebucht... Pushkar ist winzig, nur etwa 15000 Einwohner und liegt an einem heiligen See, zu dem die Hindis pilgern. Dort angekommen wurde ich prompt von einem Guru, Möchtegernguru oder was weiß ich mit Blütenblättern ausgestattet und zum Ghat gezogen. Nach rituellen Waschungen und einigem Singsang für Glück, langes Leben und was weiß ich nicht alles. Nachdem ich dafür dann ordentlich Kohle abdrücken durfte, natürlich als Spende für Arme (hoffentlich kommt wenigstens wirklich was an), wurde ich mit einem roten Punkt auf der Stirn und einem Armband entlassen und wurde somit zumindest nicht weiter genervt. Danach gings in ein süßes kleines Cafe auf einen etwas seltsamen Kaffee und einen leckeren Nutella-Pancake. Als ich wieder rauswollte, fing es prompt an wie aus Eimern zu schütten. Zum Glück hatte ich meinen Schirm mit. So gings dann noch zum berühmten Brahmatempel, wo ich noch mehr Glück erhalten sollte und das für eine recht kleine Spende. So gesehen kann mir hier die nächsten 4 Wochen gar nix mehr passieren! Außer dass ich mindestens 3x heiraten muss. Jetzt werd ich mal langsam zurück zum Bus laufen, damit ich wieder nach Ajmer komm. Da wollt ich eigentlich auch noch weng rumschauen, aber irgendwie ist es schon recht spät, bis ich dort bin ist es finster. Morgen um 7 gehts weiter nach Jaipur, der letzte Stop vor Delhi, wo Forni aufschlagen wird, juhu!!!

Mittwoch, 14. August 2013

Jodhpur 13.-14.8.

Mittlerweile bin ich also in Jodhpur, einer weiteren chaotischen Stadt in Rajasthan. Gestern gabs dann nochmal lecker Paneer in meinem Hotel auf der Dachterrasse. Gerade noch rechtzeitig, dann ging mal wieder ein Gewitter los. Komplettprogramm mit überfluteten Gassen, Stromausfall und und und. Zum Glück hörte es rechtzeitig auf, so dass Teju vom Hotel mich zum Bahnhof bringen konnte. Und da hab ich gesehen, was die hier meinen mit: Jaiselmer hat ein Abwasserproblem. Die Brühe lief einfach die Straßen entlang den Berg runter. Gut, wenigstens wird so mal die ganze Kuhscheiße weggeschwemmt... Der Bahnhof war praktischerweise dann ganz unten am Hang, wo der Regen die Straße komplett in einen Fluss verwandelte. Kein Spaß, locker 10cm Wasser und wir aufm Motorrad. Nach einigen Umwegen kam ich aber tatsächlich trocken am Zug an. Und was mich da erwartete, war echt indisch: Wie man es aus dem Fernsehen kennt und nicht glauben kann. Hunderte Männer, die dabei waren auf den Zug zu klettern, schon auf dem Dach saßen oder das Gepäck hochwarfen. Unglaublich, ich dachte, das war mal so und ist jetzt anders. Dass sie aber dann echt mitgefahren sind, konnte man in regelmäßigen Trommelkonzerten innen hören. Klassentechnisch hab ich ich etwas gesteigert zu AC 3, 3. Klasse, gleiche Pritschen wie beim Sleeper, aber klimatisiert. Dafür scheint es bei ärmeren Indern üblich zu sein, sich eine etwa 50cm breit Pritsche zu zweit zu teilen! Immer schön Gesicht zu den Käse-/Kuhscheißefüßen des Mitreisenden. Wems gefällt. Ich würde da ja lieber ne ganze Pritsche nehmen und dafür auf die AC verzichten... Dummerweise schaffte es der Zug, innerhalb von 5h Fahrzeit 2h Verspätung zu produzieren, sodass ich erst um halb 1 nachts in Jodhpur aus ihm rauspurzeln durfte. Und da sah es schon wieder wahnsinnig indisch aus: etwa 80% des Bodens lag voller Menschen! Ich weiß nicht, wie viele davon auf ihren Zug warteten. Die kleinen Jungs in den zerrissenen Hosen auf Pappkarton vermutlich nicht :/ Eine Rikscha zu finden war nicht wirklich schwer. Schon beim Einsteigen war eigentlich klar, dass mein Fahrer - der jüngste den ich bisher hatte, auch wenn er behauptete 17 zu sein, sah eher aus wie 14 - null Ahnung hatte, wo mein Hotel sein könnte. Lesen konnte er auch nicht, aber immerhin war er clever genug, gleich mal nen Polizisten zu fragen, der ihm die Adresse in korrekter Aussprache vorlesen konnte. Dann gings los, quer durch dunkle dreckige Gassen, immer wieder nach dem Weg fragend und tatsächlich, der Kerl schaffte es. Wir kamen an meinem Guesthouse an. Natürlich war es stockfinster und kein Mensch weit und breit. Wir rüttelten zu zweit an allen Toren, riefen und irgendwann entdeckte mein Fahrer dann eine versteckte Klingel. Und schließlich ging oben ein Fenster auf. Dass er natürlich mein Geld nicht wechseln konnte (wie immer, auf einen Euro rausgeben, ist verdammt schwer), war mir von vornherein klar, aber er hat sichs echt verdient ;-) Der Opi aus meinem Hotel steckte mich in ein für indische Verhältnisse etwas sauberes Zweibettzimmer, obwohl ich Dorm für grad mal 2Euro die Nacht gebucht hatte. Murmelte was von morgen umziehen und ging. Heute früh meinte er, ich darf drin bleiben, zum gleichen Preis... Nachdem ich dann noch geduscht und zwei Mitbewohner erledigt hatte (ein dickes achtbeiniges Exemplar und etwas Kakerlakiges), gings ins Bett. Heute morgen wollte ich losziehen und das Fort erkunden. Ich schaffte es keine 50m weit - die Hunde der Straße hatten es auf mich abgesehen. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich ein Hundeproblem hab?!? (Tigger und ein paar andere Ausnahmen bestätigen die Regel). Und die Biester waren echt aggressiv. Doch dann ging schon die Tür eines Hauses auf und ein Mädel, vielleicht um die 20 zog mich rein. Echte Lebensrettung, sie meinte, das wären wirklich böse Hunde, die richtig zubeißen! Na toll! Prompt wurde ich auf einen Chai eingeladen und musste viel von Deutschland erzählen. Zum Glück hatte ich gestern am Bahnhof statt Wechselgeld von 5ct ne Packung Kekse bekommen, die ich jetzt teilen konnte. Als der Tee geleert war, wurde ich durch ein paar andere Häuser zum hinteren Ausgang geschleust, wo keine Hunde auf mich warteten. Von dort aus lief ich Richtung Fort, aber leider war ich auf der falschen Seite. Hier war alles überschwemmt. Meine Joggingschuhe waren gleich durch, dafür fand sich ein netter älterer "Guide", der mich - natürlich für ein kleines Bakschisch - über Schleichwege zum Fort brachte. Dort gabs zunächst mal ne Tour mit nem Audioguide - langsam gewöhne ich mich daran. Auch wieder ne tolle Burg. Danach gings weiter zum Highlight des Tages: der Flying Fox, der im Fort beginnt und mit dem man auf sechs Routen durch die Gegend fliegt. Man darf hier aber nix selber machen wie im Kletterpark, sondern wird durch Guides betreut. Mit mir waren zwei Inder unterwegs. So ganz hatten die es aber nicht raus und mussten sich an zwei Stellen gar bis zum Ende ziehen. Ich kam überall problemlos durch ;-) Hat echt Spaß gemacht. Und ist deutlich länger als am Usee, zwischen 80 und 310m... Danach gings noch zu so nem Maharadscha-Grabmal und dann weiter in die Altstadt, wo ich etwas über den Markt bummelte. Jetzt werd ich mir mal was zum Abendessen suchen und dann ne Rikscha zum Hotel nehmen, laufen ist mir dort echt zu gefährlich geworden. Morgen früh um kurz nach 7 fahr ich dann weiter nach Ajmer, einer weiteren Stadt auf dem Weg nach Delhi. Hoffentlich steht morgen vor dem Hotel eine Rikscha, ich geh da keinen Meter mehr allein raus... Falls ich also die Hunde überlebe, gibts in den nächsten Tagen weitere Berichte...

Dienstag, 13. August 2013

Preisfrage: Womit wuerdet ihr in der Wueste am wenigsten rechnen?!? 12.-13.8.

Richtig! Regen! Ich auch nicht! Aber von vorne: Gestern früh gegen 9 gings los mit dem Jeep, etwa eine Stunde Richtung Wüste. Wir waren 8 Mann. 3 Norwegerinnen, 1 Japaner, 1 Koreaner, 2 Israelis und ich. Echt ne super Truppe. Vor Ort angekommen wurden wir auf unsre Kamele verfrachtet, jeder auf ein eigenes. So ging es dahin in gemächlichem Watschelgang, etwa eineinhalb Stunden bis wir einen großen Baum erreichten, unter dem es Lunch geben sollte. Unsre Kameltreiber gaben alles und nach kurzer Zeit gabs den ersten Chai und bald darauf Gemüse, Nudenl und Chapati. Alles stilecht am Boden und mit den Fingern. Kurz darauf sollte es eigentlich weitergehen. doch Donnergrollen kündigte das Unheil an. Und dann - von einer Sekunde auf die andere - ging es los, echt wahr, wie aus Eimern. Anfangs war das ja alles noch ganz lustig, wir versuchten uns unter löchrigen Plastikplanen so gut wie möglich zu schützen. Und eigentlich war die Abkühlung auch ganz nett. Nachdem es dann aber schon eine Stunde durchgeregnet hatte, wurde es nervig und kalt. Nach ganzen zwei Stunden wurde es dann endlich besser. Ich war durch bis auf die Unterhose, zum Glück hatte ich wenigstens einen Rucksack mit Regencape im Gegensatz zu allen anderen. Mittlerweile war es halb fünf und endlich konnte es weitergehen Richtung Sanddünen, wo wir schlafen wollten. Dieses Mal in holprigem Trab, aber wenigstens wurde mir davon warm. Auch wenns immer noch weng tröpfelte. Wirklich rund laufen diese Viecher aber echt nicht... Gegen 6 kamen wir dann im Sand an. Wenigstens hatten wir die Plastikplanen zum Draufsetzen, da alles immer noch nass war. Vom versprochenen Sonnenuntergang gabs natürlich nix zu sehen. Zumindest konnte ich auf trockene Wechselklamotten aus meinem Rucksack zurückgreifen. Aus einer Plane und ein paar Stöcken bauten wir ein provisorisches Zelt, was gut war, da es auch nachts noch leicht tropfte. Bald gabs Abendessen und ein recht kühles Bier, das uns ein Inder woher auch immer gebracht hatte. Zu deutschen Preisen! Bald darauf gab es dann das böse Erwachen. Wir versuchten unser "Zelt" einzurichten. Leider war die Hälfte der Decken völlig aufgeweicht und auch nicht - wie vorher auf der Tourbeschreibung zu lesen - sauber. Das war vielleicht vor 3 Jahren so, seitdem haben die Decken aber kein Waschmittel gesehen... Als ob das nicht genug war, kamen auch noch munter überall Zecken rausgekrabbelt. Und wie einige von euch wissen, hatte ich dieses Jahr schon schlechte Erfahrungen damit... Wir waren alle mittlerweile ziemlich angepisst. Immerhin war der Spaß ja auch nicht umsonst. Ändern ließ sich natürlich nix dran. Und wieder war ich die einzige, die mitgedacht hatte: Auch mein Schlafsack war trocken in meinem Rucksack, somit konnte ich zumindest etwas Abstand zu all dem Gekrabbel schaffen. Jegliche romantische Vorstellung einer Nacht in der Wüste waren wir jedenfalls los. Sterne waren natürlich auch keine zu sehen. Es hatte eher was von einem Flüchtlingscamp... Ok, geschlafen hab ich kaum, aber irgendwie ging die Nacht rum und es wurde wieder beser. Zecken konnte ich noch keine an mir finden. Nach dem Frühstück brachen wir auf, au mein Hintern!!! Die nächsten 2h waren nicht die angenehmsten... Und jetzt - wo sie keiner mehr brauchte - kam auch noch die Sonne raus und alles wurde schön dampfig. Irgendwann war dann der Jeep vor uns in Sicht und wir durften unsre schmerzenden Hintern umsetzen. Bald darauf war ich zurueck im Hostel und konnte endlich duschen!!! Ich hab mich glaub ich noch nie so stinkend und dreckig gefühlt! Meine Dreckwäsche würd ich ja am liebsten sofort entsorgen, aber die fällt bestimmt unter Sondermüll.. Mittlerweile ist es 2 und ich brauch bald mal was zu Essen. Um 5 fahr ich mit dem Zug weiter nach Jodhpur, wo ich gegen 11 ankomm. Und dann gibts ein Bett, juhu!!! Fazit der ganzen Sache: Eigentlich wars schon ganz cool, aber ohne Regen wäre es deutlich besser gewesen. Und allen Romantik-Fans sei gesagt: Die ganzen Krabbelviecher und der Sand in jeder Pore mit etwas Kameldung-Aroma sind ganz und gar nicht romantisch!!!

Sonntag, 11. August 2013

Jaiselmer - Golden City und noch mehr Wüste 11.8.

Nun bin ich also in Jaiselmer, dem östlichsten Punkt meiner Tour. Von hier sind es nur noch gut 100km bis Pakistan, weshalb das Militär und die Tourismusbranche die beiden wichtigsten Dinge hier sind.
Heute früh kam ich hier in meinem Hotel an. Es hat ganze zwei Zimmer, aber eine super Dachterrasse. Es liegt mitten im Fort, also ich lebe in einem 900 Jahre alten Gemäuer. Der Lonely Planet würde mich dafür ausschimpfen, denn dieses Weltkulturerbe säuft immer weiter im Berg ab und man soll draußen wohnen und Essen. Zu meiner Verteidigung kann ich leider nur vorbringen, dass ich bis heute früh nur wusste, dass ich ein Hotel habe. Das Problem ist wohl, dass es hier kein vernünftiges Gesamtsystem gibt. Früher war das nicht nötig, da das Wasser von weit her geholt werden musste, es war also quasi eh schon verdunstet bevor es unterirdisch Schaden anrichten konnte. Aber jetzt ist das eben anders. Ist auch echt krass, die Kanalisation verläuft in Gräben mitten in den Gassen. Hier stinkt es also teils echt so wie man das von Indien erwartet. Dazu kommen die hunderte Kühe, die hier überall im Weg stehen und alles zuscheißen. Wie die Tauben in Venedig, nur dass man bei denen keine Angst haben muss dass sie einem auf den Fuß latschen. Echt krass!!! V.a. wenn so ein Vieh quer steht, ist so ein Gässchen hier gleich komplett dicht, so eng ist es. Hat was von nem Kaninchenbau, total verwinkelt, aber irgend findet man immer wieder raus.
Nach ein paar Chais und einem kleinen Frühstück latschte ich heute am späten Vormittag mal durchs Fort. Nervig nur die zig Typen, die einen anquatschen, hello, how are you... um einem im nächsten Atemzug irgendwas verkaufen zu wollen. Entspanntes Shoppen sieht anders aus. Von den Mauern aus hat man einen super Blick über die Stadt und die Wüste dahinter. Übrigen ist hier alles aus beigem Sandstein, deshalb auch goldene Stadt, wenn die Sonne drauf scheint. Heut wars aber bewölkt,was aber alles  etwas erträglichen Macht. Ist immer noch heiß genug, sogar für mich...
Irgendwann verließ ich das Fort und ging zum nahegelegenen See (eher Teich), in dem ein paar halb versunkene Tempel stehen. Wieder zurück im Fort gings zum Maharadschapalast, den man ganz gemütlich ohne Guide besichtigen kann. Nur mit Audioguide, aber den kann man leicht ignorieren, wenns zu viel wird.
Danach ging ich in eines der unzähligen Rooftop-Restaurants, alle haben den besten Blick, super Lage für Sunset und werden natürlich auch alle als Top-Tip im Lonely Planet aufgeführt (der selbe LP, der einen auffordert, weder im Fort zu schlafen noch dort zu essen, ganz klar...) Ich wählte eines, das A gut besucht war und in das mich B keiner reinzerren wollte. War ne gute Entscheidung, Kissen am Boden, diese flachen Tische und Paneer in ner Tomaten-Butter-Soße mit Naan-Brot. Lecker. Für alle, die es nicht kennen, Paneer ist dieser leckere milde Käse, wenn mit etwas anderem zu vergleichen, dann am ehesten Mozzarella. Aber er bleibt in Form und schmilzt nicht.
Nach dem Essen ging ich zurück zum Hotel, mal kalt duschen und weng nichts tun. Und die weiteren Tage plus Hostel planen und buchen. Zum Sonnenuntergang brachte mich einer der drei Hotelbesitzer zu nem super Platz, von dem aus man das Fort und die ganze Stadt außenrum sehen konnte. Natürlich entschied sich Madame Sonne, hinter den Wolken unterzugehen... typisch! Danach gings zurück zum Hotel, es gab Palak Paneer, das ist mit Spinat, mit Reis und Chapati-Brot. Das ganze immer mit Unterhaltung durch mindestens einen der drei. Sind aber echt alle ganz nett. Aber mal ne Pause und nicht reden ist nicht...
Jetzt hab ich grad nochmal geduscht, dann gehts in die Heia. Morgen Mittag starte ich zur Kameltour mit Übernachtung in der Wüste...

Samstag, 10. August 2013

Bikaner - Ratten und Wüste 9.-10.8.

Im Hotel angekommen durfte ich auch schon mein Zimmer beziehen, ist ganz ok mit Fan und v.a. sauber. Hab mich schon seit langem nicht mehr so über eine kalte Dusche gefreut!!! Danach gabs auch noch Frühstück. Gegen 10 hat mir der Chef ne Rikscha ramgewunken und es ging zum Janogarh-Fort. Und hier gabs endlich die ersten westlichen Touris, fühlte sich gut an, nicht mehr allein angestarrt zu werden. Ist meiner Meinung nach übrigens völlig wurscht, ob man sich hier bedeckt hält oder im Bikini rumrennen würde. Glotzen tun sie eh... Nach dem Fort gings mit dem öffentlichen Bus ins 30km entfernte Deshnok zum weltberühmten Rattentempel. Dort werden etwa 20000 Ratten verehrt. Schon ganz schön widerlich! Man darf nur barfuß rein - klar, Tempel halt - und muss dann aufpassen, dass man keine platt tritt, das gäbe bestimmt Ärger :D
Wie ihr euch denken könnt, lang bin ich dort dann nicht geblieben. Schnell nen Bus gesucht und zurück. Und das DM-Handdesinfektionsgel eingeweiht. Ihr wisst, ich bin echt nicht zimperlich, aber für Indien braucht man schon gute Nerven. Nicht geeignet für Leute, die zu Ekelbebben neigen (wie zum Teufel schreibt man das?!?) Bin dann noch ein Stück durch die Altstadt geirrt, dann hats mir aber echt gereicht. Muss mich hier erst noch dran gewöhnen... So bin ich dann schon gegen halb 4 mit ner Rikscha in mein Guesthouse zurück. Immerhin das Handeln mit den Fahrern klappt schon ganz gut. Auch wenn der Ehrgeiz gering ist, wenn man mir einen Starpreis von 70ct für bestimmt 5km nennt. Aber 40 reichen auch ;-)
Jetzt sitz ich im Garten und tippe fleißig ins Handy. In der Hoffnung, dass später wie versprochen das Wifi funzt. Wenn nicht, könnt ihr das hier eben nicht lesen und ich muss warten bis ich es bloggen kann... Später gibts hier Buffet für drei Euronen. Net mal, der Kurs steht günstig...
Morgen mach ich ne ganztägige Kameltour in die Wüste. Ob ich da meine Kotzpastillen aus Thailand brauche?!?
Wie ihr vielleicht festgestellt habt, war das mit dem Wlan in Bikaner nix... Mittlerweile bin ich in Jaiselmer angekommen und wieder mit der Außenwelt verbunden ;-)
Was ihr oben gelesen habt, war also vorgestern.
Beim Abendessen traf ich auf zwei Amerikanerinnen, beide auch Lehrer, eine hieß auch noch Carolyne... Essen war super und die beiden echt net. Kamen gestern auch mit auf die Wüstentour. Gegen halb elf früh gings los zu den Kamelen. Wir waren anfangs nur zu dritt, jeder auf einem eigenen Kamel... So gings ganz gemütlich dahin, sehr chillig, musste manchmal echt aufpassen, dass ich net einschlaf... Nach etwa einer Stunde gabs Tee bei einem netten älteren Ehepaar. Sie zeigten uns voller Stolz ihr kleines Haus und waren echt nett. Weiter ging dann wieder etwa ne Stunde, vorbei an zig winkenden kleinen Kindern zu einem Platz mitten im nirgendwo, wo wir auf etwa 12 andere Touris trafen. Fast alles Studenten, die für ein paar Monate in Delhi arbeiteten und an den Wochenenden rumreisen. Unsre Kameltreiber kochten am Boden sitzend ein echt leckeres Essen mit Dhal, Gemüse,Reis und Chapati-Fladenbrot. Danach trennten sich leider unsere Wege, da außer mir alle in der Wüste übernachteten. War schon weng traurig, allein weiterzureiten. Wie gut meine Entscheidung war, sollte sich aber bald zeigen, denn auf dem Rückweg zur Straße zogen dicke schwarze Wolken auf. Und kaum war ich dort angekommen, begann es sein aus Eimern zu schütten. Und es hörte nicht wieder auf. Ausnahmsweise hatte ich also mal Glück. Der Typ vom Hotel holte ich also ab und ich kam ziemlich trocken dort an. Während ich aufs Abendessen wartete, fiel relativ lang der Strom aus, es wurde im Dunkeln gekocht. Zum Glück aus Gas :D Und ich duschte im Dunkeln...
Danach gings aufm Motorrad zum Nachtbus. Der Regen hatte ziemlich aufgehört. Ok, indische Nachtbusse muss man mal erlebt haben, aber einmal reicht auch :P Ich hatte Sleeper, heißt wie im Zug richtig flach, aber es war kein Plastiküberzug, sondern versifftes Polster. Es lebe der Schlafsack!!! Mit Schlafen hatte das auch nicht so viel zu tun. Siehe Beschreibung Zug plus Schlaglöcher und Dauergehupe. Dafür wurde ich dieses Mal schon im Bus abgeholt und zum Hotel im alten Fort gebracht, wo ich jetzt erstmal weng auf der Dachterrasse chille. Siehe Foto...

Aus der Ruhe in Bhutan zurück ins Chaos 8.8.

Der letzte Abend in Bhutan war echt nochmal schön. Tenzin, mit dem ich immer gemailt hatte, kam zum Essen nach Paro, so lernte ich ihn auch noch kennen. Danach gingen wir noch in eine komische Bar. Dort musste man sich für ein kleines Trinkgeld einen Song von ein paar Mädels wünschen, die den dann auf der Bühne "performten". Sherab warnte mich, wenn ich einer was geben würde, kämen alle. Aber die bin ich schneller los geworden als gedacht. Hab mir nämlich was englisches gewünscht und gefragt, ob ich mittanzen darf. Naja und dafür dass die mit der Musik nix anfangen konnten, dafür aber mein Jugend-Hiphop so gut drauf passte, kann ich ja auch nix oder?!?
Gestern früh gings dann in aller Ruhe zum vermutlich kleinsten internationalen Flughafen der Welt. Hat schon was, wenns nur einen Check in Schalter gibt und ein Gate, da ja auch nur eine Airline unterwegs ist...
So ging alles sehr schnell und wir waren schon vor der Zeit in der Luft. Ging echt steil und kurvig raus aus dem engen Tal. Und dann, als gerade das Essen serviert wurde, sah ich ihn rechts neben mir: Der Mount Everest!!! Schaute da ganz frech mit weißer Schneehaube zwischen weißen Wolken raus. Ok, das Foto hatte weng was von nem Suchbild... Gegen eins landeten wir in Delhi, wo ich mir nun die nächsten Stunden um die Ohren schlagen musste. Ich nahm den Airport Express nach Neu Delhi, wo ich meinen Rucksack zwischenlagern konnte. Dann mit der Metro zu einem großen Bazar. Und ich wurde erschlagen. Anders kann ich es nicht nennen! Laut dreckig, überfüllt, ein absoluter Gerüchtemischmasch. So trieb ich einige Zeit umher bis es mir echt zuviel wurde. Nen krasseren Kontrast kann man sich echt nicht vorstellen! Ich flüchtete mit der Metro zum Connaught Place, an dem sich die großen westlichen Markengeschäfte tummeln. Deutlich angenehmer zum Einstieg. Doch die Zeit verging einfach nicht. Ich saß im Park, stellt euch mal ein Dampfbad vor, ihr voll angezogen mittendrin... Kühlte in Cafes und im Kfc und stand um 6 pünktlich zur Rushour wieder in der Metro. Und es war voll! Und wenn du denkst es geht nichts mehr, kommen von irgendwo ein paar Inder her... Zum Glück wars nicht weit zu meinem Rucksack. Dann gings mit einem Prepaid-Taxi zu dem Bahnhof, wo mein Zug 4h später abfahren sollte. Da saß ich dann meine Zeit ab. Irgendwie war ich auch noch der einzige Touri weit und breit. Gegen 10 wollte ich dann noch mal aufs Klo, das hätte ich besser bleiben lassen. Stellt euch mal drei saudreckige Plumsklos vor... dreckiger! Noch dreckiger! Und nun noch ein paar Haufen daneben und im Vorraum! Jetzt kommen wir der Sache näher! Ich war schnell kuriert. Die Löcher im Zugboden waren um Welten besser.
Um halb 11 kam der Zug, zum Glück, und ich konnte meine Plastikliege in der Sleeper-Class beziehen. Muss man mal erlebt haben. Knalle heiß, ich ganz oben, sozusagen im 3. Stock. Kostet aber auch nur 3-4€ für acht Stunden Fahrt. Als der Zug später fuhr, wurde es eigentlich ganz ok, sogar luftig genug um in meinen Tropenschlafsack reinzukrabbeln. War auch ganz bequem, wenn auch schmal. Und so hätte ich vielleicht tatsächlich halbwegs gut geschlafen, wenn ein was nicht gestört hätte: ein unglaublicher Lärm! Trotz Ohrenstöpfel natürlich... der Zug selber, die Ventilatoren, laut redende Inder, schnarchende Inder. Einmal möchte ich so fest schlafen können! Ein klingelnder Handywecker, bestimmt ne halbe Stunde bis der Besitzer das auch endlich hörte...
Naja, immer mal bin ich schon auch eingeschlafen, aber lang wars insgesamt nicht. Aber das oberste Bett zu nehmen, war ne gute Entscheidung!
Um halb 8 kam ich dann in Bikaner an, wo ich nach kurzem warten von meinem Guesthouse abgeholt wurde.

Mittwoch, 7. August 2013

Tiger Nest - Highlight am letzten Tag 7.8.

So, heute ist also schon wieder mein letzter Tag hier. Echt schade, die Zeit verging wie im Flug und ich fand es echt toll hier. Heute früh sollte es also zum Highlight meines Bhutan-Trips gehen. Zum Tiger Nest, einem bzw. vielen Tempeln, die quasi im Fels hängen. Dort soll im 7. Jahrhundert der, der den Buddhismus nach Bhutan gebracht hat, drei Monate lang in einer winzigen Höhle meditiert haben. 1000 Jahre später wurden dann dort die ganzen Tempel gebaut. Das ganze Ding hängt etwa in 3100m Hoehe, man muss bis dorthin etwa 600 Hoehenmeter überwinden. So, und dreimal dürft ihr raten wie das Wetter heut früh war ;-) Richtig! Es hat geregnet! War ja klar! Na gut, murren hilft ja eh nix, also rein in die Regenjacke, Hosen auf Hochwasser abgezippt und los. Mein Guide voran mit Regenschirm, Anfänger!!! So war der steile, steinige Pfad natürlich besonders schön matschig. Man musste im Wechsel aufpassen, nicht in Pferdeäpfel und Pfützen zu treten. Man kann nämlich auch mit dem Pferd ziemlich weit rauf reiten, runter gehts aber nur zu Fuß. Den Massen an Autos und Bussen nach zu schließen (zumindest für hiesige Verhältnisse), waren wir die letzten, aber das sollte nicht so bleiben :P Stetig und laut schnaufend arbeitete ich mich nach oben. Irgendwann wurde auch der Regen weniger, sodass die Regenjacke wieder in den Rucksack wanderte. Und so waren wir schon bald auf 2900m Höhe, wo es eine Cafeteria gibt und wir einen Tee tranken. Von hier aus konnte ich auch zum ersten Mal zwischen vielen Wolken das Tiger Nest entdecken. Dann ging es weiter aufwärts, wobei doch einige andere überholt wurden, bis wir uns etwa auf Augenhöhe mit dem Tiger befanden. Doch wer jetzt denkt, ich hätte es geschafft, weit gefehlt. Jetzt gings laut GPS erstmal wieder 100m auf Stufen nach unten, um dann von einem kleinen Wasserfall aus wieder das ganze treppauf zu steigen... Die kommen hier halt echt auf Ideen... Insgesamt waren es übrigens 4,7km einfach. Nachdem meine Hose lang geworden ist, ich mir meine Jacke übergezogen und meine Kamera etc. abgegeben hatte, konnten wir auch endlich hinein. Das sollen wohl insg. über 200 Tempelchen sein, wir waren aber nur in 3. Und da konnte man mal wieder sehen, wie bescheuert manche Touris sein können. Einen Typen hab ich schon raufwärts gesehen mit Badehaube auf dem Kopf (da hatte es fast nimmer geregnet...). Im Tempel hatte er dann - wie einige andere auch - besagte Badekappe und einen Zwilling an den Füßen :P Damit bloß die Socken nicht dreckig werden! Sich dann aber zum Schuhe anziehen mit dem Hintern auf die Treppe setzen! Soll mal einer kapieren. Eine andere Tussi war mit Sandalen mit Absatz unterwegs - quer durch den Matsch... Und das Highlight war ein Typ - vielleicht so alt wie ich - der gleich zwei Regenschirme als Stöcke benutzte, um runterzulaufen. Hihi! Ok, zurück zum Tiger Nest. Ist echt beeindruckend und somit definitiv das Highlight bisher. Und so ruhig, doch erstaunlich wenig Touris gleichzeitig mit mir oben. Wie gesagt, haben einige größere Gruppen überholt, die immer auf irgendwen warten mussten und auch noch ne riesige Gruppe Japaner auf den letzten Metern abgehängt... Auf dem Weg zurück fing es dann wieder mal an zu regnen und zwar ziemlich ordentlich. Da ich aber keine Bock auf 100 Höhenmeter Treppen mit Regenjacke hatte, entschied ich mich für die Option Dusche. Also wieder alle Stufen runter, auf der anderen Seite der Schlucht hoch und dann den rutschigen Weg runter zur Cafeteria, wo es Mittagessen gab. Echt gut und rein vegetarisch. Nach dem Lunch war dann auch der Regen weg und auf dem Rückweg zum Auto (abwärts dauerte es nur 20 Minuten oder so), kam auch die Sonne raus und man hatte einen freien Blick zurück zum Tiger Nest. So voll wie der Parkplatz da immer noch war, waren wir auch die ersten, die wieder unten waren. Den lustigen Typen mit den Regenschirmen hab ich gleich zweimal überholt, vorm Lunch und danach wieder. Pause gemacht hat er jedenfalls nicht... Nun war es etwa halb 2, wir hatten mit allen Pausen grad mal 4 1/2 Stunden gebraucht. Wir brachen auf, um noch das Dzong in Paro zu besichtigen, das wir gestern nicht geschafft hatten. War auch toll, aber das in Punakha ist echt noch mal ne Stufe besser. Zum Abschluss der Tour gings dann noch in ein altes Farmhaus aus dem 19. Jahrhundert, wo immer noch Leute leben. Ich durfte Buttertee testen, hm, gewöhnungsbedürftig, schmeckt wie warmes salziges Butterwasser. Dazu Puffreis wie es ihn bei uns auch gibt. Und dann noch den typischen Reiswein, den sie hier zusammenbrauen. Schmeckt weng wie dieser Saki aus Japan, aber auch nicht wirklich mein Fall. Dann lieber noch das bhutanesische Weißbier mit knapp 8%... So, jetzt ist es halb 5 und ich bin wieder im Hotel. Heut Abend gehen wir noch mal gemeinsam was essen und vielleicht auch noch was Trinken. Und auch der Typ aus der Tour-Agentur, mit dem ich die ganze Zeit aus Deutschland geschrieben hab, kommt vorbei. Morgen früh um 11 gehts dann wieder nach Delhi und wenn ich den Tag dort im Chaos (v.a. im Vergleich zur Ruhe hier) überstehe, geht abends um halb 12 mein Nachtzug nach Bikaner in die Wüste und zum Rattentempel... So, jetzt geh ich mal in mein Zimmer und versuch, vom Handy aus noch ein paar Bilder vom Tiger Nest für euch hochzuladen. Sind halt immer vom Handy und daher nicht so super, aber die vom Foto krieg ich hier nicht hoch...

Dienstag, 6. August 2013

Die Dzong-Ruine 6.8.

Paro - und der Monsun ist da.. 6.8.

Heute haben wir den ganzen Tag in Paro und Umgebung verbracht. Los gings mit der Ruine eines der aeltesten Dzongs etwas außerhalb (ihr könnt an meiner Rechtschreibung sehen, dass ich mal zur Abwechslung einen echten Computer gefunden hab, aber sau langsam. Wollte eigentlich meine Bilder in der Dropbox sichern, aber das wird nix...) Eigentlich war dieses Dzong gar nicht weit weg, aber das, worüber wir gefahren sind, kann auch mit viel Nachsicht kaum als Straße bezeichnet werden... Dafür haben sie aber zig Inder eingeflogen, die sich um den Straßenbau kümmern... Und dementsprechend sah es aus, kombiniert mit viel Regen in der letzten Nacht... Ein uns entgegenkommender Minivan blieb gleich mal stecken, dachte schon wir müssen schieben, aber es hat dann doch gereicht, einfach alle Mitfahrer auszuladen ;-) Den restlichen Vormittag ging es dann von einem uralten Tempel zum nächsten, wobei ich echt gestehen muss, dass ich keine Unterschiede sehen konnte... Naja, jetzt bin ich zumindest Profi im himalayischen Buddhismus... Nachdem Mittagessen brachen wir zu einer kleinen Wanderung auf zu einer Art Vorgeschmack vom Tiger Nest morgen. Es ging zu ein paar im Felsen hängenden Häusern inklusive - natürlich - Tempel. Schade, dass man da nicht klettern kann, wäre echt top gewesen! Pünktlich zum Start unserer Wanderung setzte auch mal der Monsun ein. Und so regnete es mal 5 Minuten wie aus Eimern und dann wars wieder trocken. Schön im Wechsel, so dass ich nur noch mit Regenjacke an- und ausziehen beschäftigt war... War aber trotzdem toll dort oben und ein super Ausblick! A propos Ausblick: Heute sah ich auch endlich mal zwei Flugzeuge starten und landen. Echt krass, das kommt runter in einem Tal, da ist vom Flughafen noch weit und breit nix zu sehen, fliegt um die Kurve und landet hoffentlich rechtzeitig auf der recht kurzen Landebahn. Das startende ist extrem steil losgeflogen, bin mal gespannt, sah aus als läge man dann in seinen Sitz... Nach der Wanderung gings noch kurz ins Nationalmuseum, ganz schön viele ausgestopfte Tiere. Und natürlich, was einen sonst so im Nationalmuseum erwartet. Zum Glück ist die Horde Japaner erst nach mir dort eingefallen! Zum Abschluss wollten wir eigentlich noch ins Hauptdzong, aber wir waren spät dran, das Ding macht um 4 schon dicht. Nachdem dann auch noch der Himmel komplett seine Schleusen oeffnete, war ich auch ganz froh darüber. Jetzt ist es kurz vor sechs und mein Bauch knurrt schon wieder. Hoffentlich gibts heut weng was bhutanesischeres, gestern war das irgendwie so Tourikacke, wenn auch ganz lecker. Aber die Spaghetti sahen wenig italienisch aus, hab ich lieber nicht versucht. Der Rest war ziemlich chinesisch würde ich sagen. Ach ja, auch ganz lustig hier: Zunächst mal kucken sie immer ganz traurig und verständnislos, wenn ich kein Fleisch will. Aber das witzige ist ja: Dank Buddhismus dürfen in ganz Bhutan keine Tiere getötet werden, nicht mal angeln darf man. Wenn überhaupt müsste man eine der vielen Kühe auf der Straße mit dem Auto anfahren, dass sie den Hang runterstürzt, dann wäre es ein Unfall und kein Mord. Aber da Bhutaneser trotzdem gerne Fleisch essen, lassen sie die Inder die Drecksarbeit machen und importieren das Fleisch (Rind gibts von den Moslems, Schwein von den Hindus und Huhn von allen...) So, dann mach ich mal weiter. Morgen kommt dann als Highlight zum Abschluss das Tiger Nest (muesst ihr mal googeln). Hoffentlich regnets dann nicht allzu viel, man muss wohl 1-2h hochlaufen/klettern und dann ja auch wieder zurück. Hab keinen Bock auf Regenjacke...

Montag, 5. August 2013

Hier residiere ich... 5.8.

Ankunft in Paro 5.8.

So, jetzt bin ich in Paro angekommen. Und hab schon wieder ein super geiles Hotel mit einem riesigen Zimmer und ganz ruhig.
Heut früh gings mit dem Auto los von Punakha erstmal wieder über den Pass nach Thimphu. Schon krass, die beiden Städte sind Luftlinie grad mal 20km auseinander, aber man fährt bestimmt 50, 60km und braucht dazu fast drei Stunden!!!
In Thimphu sind wir noch mal auf nen Berg gelatscht, wo man nen super Blick auf die Stadt hatte. Tat ganz gut nach der langen Fahrt.
Nach dem Mittagessen - entweder waren die Chilies milder oder ich gewöhn mich langsam dran - fuhren wir weiter mit ein paar kurzen Stopps nach Paro. Und jetzt konnte ich erst richtig sehen, wie verrückt der Flughafen hier ist, als plötzlich neben uns ne Maschine runterkam. Die müssen da halt echt einmal das Tal lang fliegen und dabei versuchen, nicht gegen die Berge zu klatschen... Und dann die nicht sonderlich große Landebahn treffen... Kein Wunder, dass hier nur eine einzige Airline herkommt...
So, mehr gibts heute auch gar nicht zu berichten...
Aber wenigstens scheint das Wlan konstant zu sein.
Fotos gibts auch keine, hab vergessen, welche mit dem Handy zu machen...

Samstag, 3. August 2013

Tag 2 und 3 in Bhutan 3.-4.8.

So, nun bin ich in Punakha angekommen, ziemlich kleines Kaff, heißt ich tippe grad mal wieder aufm Handy...
Gestern früh sind wir von Thimphu aus gestartet. Und die Straßen wurden deutlich schlechter. Serpentinen bergauf bis zum Dochu La Pass auf 3000m. Teilweise nicht geteert und wenn dann mit unzähligen Löchern... Und mein Fahrer fährt echt süß, da könnten sich die Vietnamesen ne Scheibe abschneiden! Total vorsichtig und dabei sitzt er so senkrecht hinterm Lenkrad eingeklemmt, dass er fast reinbeißt :D Auf dem Pass gabs dann je kurze Pause um die vielen Chorten und den Tempel zu bestaunen.
Weiter abwärts über holprige Wege wurde dann zum ersten Mal die Musik aufgedreht. Auf meine Frage ob das bhutanesische Musik sei oder indische, wurde auf dem Ipod sofort nach ner Alternative gesucht trotz mehrfacher Beteuerung, dass der Bollywood-Sound echt ok ist. Was mich stattdessen erwartete, war definitiv schlimmer: Celine Dion beginnend mit My heart will go on...
Naja ich habs überlebt und bald waren wir auch schon am nächsten Zwischenziel angekommen: ein kurzer Fußmarsch durch Reisfelder zu einem Fruchtbarkeitstempel. Der Weg war geziert mit Penissen im XXL-Format. Dann wurde ich auch noch gut von zwei vielleicht 10-jährigen Kids unterhalten, die gerade aus der Schule kamen (samstags!) Und das in fließendem Englisch (gell Lara)
Danach ging es weiter zum Mittagessen.
Nachmittags fuhren wir die wenigen verbleibenden Kilometer bis Punakha, wo wir zunächst das Punakha Dzong besuchten. Soll das schönste in ganz Bhutan sein und das glaub ich gern... Echt toll!
Danach gings dann noch zu einem weiteren Nonnenkloster auf einem Berg und dann in mein Hotel hier. Echt toll gelegen mitten am Berg mit Blick ins Tal vom Balkon meines kleinen Häuschens. Super chillig, also verbrachte ich die restliche Zeit bis zum Abendessen dort.
Abends verabschiedete mein bisheriger Guide Karma, weil seine Frau krank geworden ist und als Ersatz kam sein Nachbar... Obwohl Karma echt sehr nett war, war der Wechsel nicht schlecht. Sharab oder wie auch immer ist super nett und verhält sich mehr wie ein Freund als wie ein Tourguide. Zeigte sich schon am ersten Abend, wir gingen gemeinsam essen und ein bhutanesisches Weizen trinken (650 ml mit schlappen 8%... Die wissen hier schon, was sie tun...
Heute gings gegen neun los zu der kleinen Wanderung. Wir liefen zu einem kleinen Tempel auf einem Berg. Und da hatte ich das große Glück einer Zeremonie beizuwohnen, was nur einmal im Monat möglich ist... war schon irgendwie toll! Danach ging es weiter durch Reisfelder vorbei an den typischen Landhäusern und zum großen Fluss, wo unsre Füße ne ordentliche Abkühlung bekamen.
Beim Mittagessen traf ich auf eine nette Amerikanerin und wir teilten unser Essen. Danach fuhren wir zu einem anderen Tempel auf einem ziemlich hohen Berg und beschlossen spontan, von dort runterzulaufen, alles über minikleine Pfade bis zum Dzong, das man immer mal wieder von oben sehen konnte. Ging ordentlich auf die Knie :D
Gerade waren wir nochmal unten im Ort zum Abendessen und auf ein Bier. Jetzt ist es acht, halb neun, und wir sind zurück. Und wer glaubt, in Hof werden die Gehsteige früh hochgeklappt, der muss mal hierher kommen. Ich sitz ganz allein in der finsteren Hotellobbie, aber auch nur, weil in meinem Bungalow kein Wlan funzt...
Naja, egal. Morgen gehts zurück nach Thimphu und weiter nach Paro, wo ich die drei letzten Nächte in Bhutan verbringe.
Kann euch allen nur empfehlen mal hierher zu kommen, dieses Land lässt sich mit nix vergleichen und das nicht nur, weil es so wenig Touris gibt...

Freitag, 2. August 2013

50€ in kleinen, nicht nummerierten Scheinen... 2.8.

Ach ja, und wenn Bhutanesen sagen, dass Chilies "not really hot" sind, heißt das soviel wie: Wenn du in Deutschland gerne scharf isst, könntest du unter Umständen überleben... Ohne zu heulen, aber mit ausreichend Pausen... Aber es war echt lecker! ;-)

Thimphu - Capital of Bhutan 2.8.

Oh so ein Mist, gerade hab ich angefangen zu schreiben, um nach dem ersten Satz dann festzustellen, dass ich schon wieder in englisch denke :-/ Also nochmal von vorne: Mein erster Tag in Bhutan neigt sich dem Ende zu, es ist jetzt 6 Uhr, ich bin vier Stunden schneller als ihr zu Hause!\ Die letzte Nacht war echt ruhig, konnte nur ewig nicht einschlafen, sch... Jetlag! Dafür hat mich früh der Wecker aus dem Schlaf gerissen... Nach einem kleinen Frühstück erwarteten mich mein Guide Karma und mein Fahrer schon vor dem Hotel. Los gings, hm, wohin eigentlich? Mist, schon wieder viel zu viele Sachen gesehen... Ok, grad mal die hundert Fotos heute durchgescannt... Erst gings zur National Memorial Chorten, einer Stupa. Dann gings weiter hoch auf den Berg zu einer etwa 50m hohen Buddha-Statue. Die ist zwar noch nicht komplett fertig, zumindest außenrum, aber echt schon beeindruckend! Auf dem Rückweg hatte man nen super Blick auf die Stadt, Foto folgt später, grad bin ich nämlich im Internetcafe, das ich nach einiger Suche gefunden habe. Die Fotos aufm Handy gibts, wenn ich wieder im Hotel bin und Wifi habe... Dann gings in ein Folk Heritage und ein Textilmuseum. Dort wurden diese riesigen Stoffe gewebt, die man sich hier kunstvoll rumwickelt, Männlein wie Weiblein. Fühle mich etwas nach Schottland versetzt, Männer in kurzen Röcken und Kniestrümpfen ;-) Danach fuhren wir in ein Nonnenkloster, wo viele alte Menschen hinkommen und dort den ganzen Tag rumsitzen und beten. Und was zu essen bekommen. Das krasse ist ja, dass ich hier überall fotografieren darf! Auch alle Leute. Nur nicht im Inneren von Tempeln und Dzongas. Nachdem dort also Essen verteilt wurde, gings auch für uns zum Mittagessen. Super lecker! Und ich hab mich auch an die Chilis mit Käse gewagt, ein traditionelles Gericht. Mein Guide meinte, das wären keine scharfen, naja, mein Mund war da schon anderer Meinung, aber es war gerade noch ok. Mal sehen ob ich mutig genug bin sie nachher zum Abendessen zu bestellen. Heute Mittag gabs lauter kleine Schüsseln mit verschiedensten Gemüsen, Reis, etwas Brotähnlichem und für die, die es brauchen auch ein wenig Fleisch. Nach dem Essen fuhren wir zu einem Wildpark, um das Nationaltier zu sehen: Das Takin. Schwer zu beschreiben wie das Vieh aussieht, googelts einfach mal. Das Ding lebt nur hier, normal auf 4000m. Für mich kam es etwas runter (Thimphu liegt auf etwa 2300m) Danach gings zu meinem ersten Dzong, das Tashichhodzong. Das ist sowas wie ein Fort, aber auch ein Tempel. Jetzt kenn ich mich im Buddhismus aus :P Nach einem kurzen Besuch in einer mini Papierfabrik (verdammt leicht dieses besondere Papier und sehr sehr lange haltbar) wurde ich so gegen drei im Hotel abgesetzt. Zwei Stunden später gings dann noch zum Trashi Chhoe Dzong, irgendwie der Regierungssitz oder sowas, aber auch mit Tempel und Thron für den lebenden und den letzten Koenig und auch für seine Heiligkeit, wer auch immer das ist... Von diesem Dzong gibts später auch noch ein paar Fotos (jetzt da) Danach wurde ich wieder am Hotel abgesetzt und hab mich mal durch die Stadt aufgemacht. Und bin auf die Kreuzung gestoßen, auf der man vor einigen Jahren versucht hatte, eine Ampel einzuführen... Wurde ignoriert. Und jetzt regelt wieder ein Polizist den Verkehr in einem süßen Haeuschen. So, dann werd ich jetzt mal aufhören, mehr gibts nicht zu berichten. Mal sehen ob ich nochmal die Regenjacke brauche. Tagsüber wars trocken, aber auf Abend regnet es immer, Monsun halt. Morgen gehts weiter über abenteuerliche Passstraßen nach Punakha, der ehemaligen Hauptstadt...